IV.
Die Staatsgründung.
„Voll von kühnen Plänen kehrte Stanley im August 1877 nach Europa zurück und fand hier in der neu gegründeten Gesellschaft und bei König Leopold freudiges Entgegenkommen. — Am 25. November gründete Stanley in Brüssel die Zweiggesellschaft Comite d'Etudes du haut Congo usw." 1 ). So schildert Heinrich Schurtz die Genesis des Kongostaates. So viele Behauptungen, so viele Irrtümer. Und A. J. Wauters, dem gewiss niemand Unterricht über Kongo- geschichte zu erteilen braucht, passierte es in seiner Monographie von 1899 (p. 19) dennoch, zu schreiben: „Sur-le-champ, aüec un intelligence quon ne saurait assez admirer, une modification radicale fut apportee dans l'orientation des entreprises beiges; il fut decide que Bagamayo et Zanzibar seraient abandonnes pour Banana et Borna." Auch das stimmt durchaus nicht, wie ja schon unsere Ausführungen in Kap. II (S. 52 f) ohne weiteres dartun.
Es herrschen in der Tat über die Gründungsgeschichte des Kongostaates derart irrige und namentlich auch unvollständige Schilderungen, dass es nicht unangebracht sein dürfte, hier einmal alles quellen- gemäss darzustellen.
1 ) in der von Hans F. Helmolt herausgegebenen „Weltgeschichte". Dritter Band. Leipzig 1901. S. 486.
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