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Bilder aus Ostafrika / Von Daniel v(on) Cölln. Mit Titelbd. u. Kte
Entstehung
Seite
93
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Sechstes Kapitel.

In Krieg und Frieden.

m 15. August 1888 sollte für Ostafrika eine neue Zeit anbrechen. Die gesamte Küste, die am 28. April vom Sultan von Sansibar deutscher Verwaltung zugesprochen war, sollte nun den Beamten der Deutsch- Ostafrikanischen Gesellschaft übergeben werden.

In Dar-es-Salaam hatte der Vertreter der Deutsch Ostafrikauischen Gesellschaft, Herr Leue, die Sache genügend vorbereitet. Durch den Kadi (Ortsrichter) setzte er sich mit der arabischen Bevölkerung in Verbindung, und es gelang ihm, nicht allein eine Anzahl arabischer Soldaten, sondern selbst den Akida Salamini und andere Würdenträger für die deutsche Herrschaft zu gewinnen. Nur der Wali (Statthalter des Sultans) blieb widerspenstig. Er er­klärte die Briefe des Sultans für gefälscht, verweigerte die Annahme der Schriftstücke der Generalvertretung und drohte Herrn Leue mit Gewalt an der Übernahme der Verwaltung hindern zu wollen. Zwei Tage vor der Flaggenhissung kam ein Vertrauter mit der Botschaft: «Der Wali wird schießen lassen!» worauf Herr Leue erwiderte: »Dann werden wir wieder schießen, und du weißt, wir schießen nicht schlecht!« Die Spannung stieg immer mehr, und wer weiß, ob es nicht schon am 16. Aug. zum Kampfe gekommen wäre, wenn nicht die Ankunft Sr. M. S. »Olga« dieser Frage ein Ende gemacht hätte.