Vorwort.
Aie Blicke aller Deutschen sind gegenwärtig auf Ostafrika gerichtet. Mit größter Bewunderung preist man die Kühnheit der Männer, weiche den Grund gelegt haben zur Besitzergreifung jenes gewaltigen Gebietes, welches völkerrechtlich jetzt Deutschland zugesprochen ist, die glorreichen Erfolge unsrer Waffen, dnrch welche Major von Wißmann mit seiner Schutztruppe in Verbindung mit unsrer immer mehr erstarkenden Flotte den Ausstand unterdrückt hat, welcher alles bisher Erreichte in Frage zu stellen schien, und die ruhige Besonnenheit, mit welcher der vielbewährte Emin Pascha im Dienste des Vaterlandes daran arbeitet, im Innern Deutsch-Ostafrikas Ordnung zu schaffen. Solchen Thaten gegenüber darf aber nicht vergessen werden, daß die Kulturarbeit des deutschen Volkes im dunkeln Erdteile nur dann die rechte und dauernden Bestand verbürgende ist, wenn es gelingt, die Bevölkerung selbst für wahre Zivilisation zu gewinnen, und daß das Christentum die Grundlage aller Ordnung und Sitte ist. Die christliche Mission hat deshalb denselben Anspruch auf die wärmste Teilnahme aller Vaterlandsfrcuude wie die übrigen Zivilisalionsbestrebungen. Bekanntlich hat sowohl die evangelische als auch die römische Kirche an verschiedenen Punkten des deutschen Gebietes solche Missionsarbeit in Augriff genommen, und man hat in neuerer Zeit vielfach in der Öffentlichkeit die letztere auf Kosten der ersteren gerühmt. Das Hin- und Herstreiten über diese Fragen bringt nicht viel Frucht, aber evaugelischeu Christen thut es immerhin wehe, wenn aus Mangel an genügender Kenntnis der Thalsachen die Arbeit solcher Männer nnterschätzt wird, die mit bewunderns-