Drittes Kapitel.
Dar-es-Salaam.
M»ar-es-Salaam, eine Stätte des Friedens — so nennen die Araber das »Paradies.« Kann es einen ^ verheißungsvolleren, lieblicheren Namen für den Ort geben, der bei der festen Gestaltung unserer Besitzvcr- hältnisse in Deutsch-Ostafrika wohl der Zentralpunkt werden dürfte für die Reichsrcgicrung, für die Kriegs- und Handelsflotte, für die Verwaltung der Deutsch-Ost- afrikanischen Gesellschaft und für die Leitung der evangelischen Mission und Diakonie? Herrliche, große Palmen- Haine, die je und dann unterbrochen werden von reich belaubten, schattigen Mangos und riesigen, uralten Affcn- brotbäumen, überragt von den bewaldeten Höhen Pugus, begrüßen uns, wenn wir nach fünfstündiger, südlicher Fahrt von Sansibar uns auf dem schnellen Dampfer der Küste nähern — in der so herrlichen, afrikanischen Beleuchtung der Morgensonne ein bezauberndes Bild! — Doch wo ist der Bcndcr-es-Salanm, der Friedenshafen, den Sultan Seyyid Madschid, der Vorgänger von Said Bargasch, sich als sichern Zufluchtsort auscrsah, wenn er einst in dem ungeschützten Sansibar sich vor den Wasungus (Europäern) nicht mehr sicher fühlen sollte? Nirgends ist eine Einfahrt zu entdecken, nirgends verraten Mastspitzcn die Ruhe des Hafens. Statt dessen längs der Küste Riff an Riff, über und unter dem Wasser, dem unkundigen Schiffer gefahrdrohend. Dort, wo die beiden Inseln Makatumbe,