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Kiautschou : Deutschlands Erwerbung in Ostasien / von Georg Franzius. Bilderschmuck unter Leitung des W. Röse
Entstehung
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Sie Levölüerung

ch niuß iinil aber zunächst einmal auf die Bevölkerung eingehen. Wo immer ich in China das Ufer betrat, und zwar ebenso an abgelegenen Buchten, wie an den großen und kleinen Handelsplätzen, war mein erster Eindruck immer der des Staunens über die Masse der vorhandenenMenschen. Fast alle ärmlich und schmntzig gekleidet, in denselben blauen Gewändern mit der gleichen Kopfbedeckung, scheinbar einander so ähnlich, daß man erst nach einiger Zeit imstande ist, sie zu unterscheiden. Die Gesichter sind zwar durchaus nicht so häß­lich, wie man es sich gewöhnlich denkt, denn alle Chinesen haben ganz hübsche dunkle Angeu, auch die Gestalten sind in vielen Gegenden sogar schön, aber es fehlt fast immer alles Anziehende und Anmutige, so daß der erste Eindruck kein besonders günstiger zu sein Pflegt. Frauen wohlhabender Klassen sieht man wenige, sie halten sich in den Häusern auf. Nur iu Schanghai fahren sie auch mit ihren Familien umher, und ich thäte ihnen uurecht, wenn ich ihren Zügen jeden Reiz und eine gewisse Anmut absprechen wollte. Der dnrch die verkrüppelten Füße verschuldete Gaug, einer Bewegung auf Stelzen ähnlich, macht jedoch stets einen traurigen Eindruck. Niedlich sind die nieisten kleinen Kinder und sie würden es alle sein, wenn sie reinlicher wären. Das gewöhnliche Volk scheint durchaus zufrieden zu sein, ist freundlich und für jeden Scherz ungemein zugänglich. Die Beamten und Gelehrten blicken dagegen aus den Sänften dnrch große Hornbrillen ziemlich verächtlich auf uns herab. Die wohlhabenden Geschäftsleute iu den großen Städten, namentlich in Schanghai, sehen sehr behäbig aus, die bart­losen Gesichter sind uur oft zu feist, aber so ein in seidene Gewänder >>ehüllter Kaufmann, in seiner mit feurigen Ponies bespannteil, von