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Kiautschou : Deutschlands Erwerbung in Ostasien / von Georg Franzius. Bilderschmuck unter Leitung des W. Röse
Entstehung
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Einleitung

ie Erwerbung eines Stützpunktes zur Wahrnehmung - der deutschen Interessen in Ostasien ist seit etwa 30 Jahren angeregt. Der Professor der Geologie, Freiherr von Richthvfen, war es, von welchem die Bedeutung der Kiautschvu-Bucht schon 1369 er­kannt wurde, als er auf seinen Wanderungen durch Ehiua die Provinz Schantung besuchte, weuu er auch die Bucht selbst nicht sah. Von anderer Seite wurden andere Plätze empfohlen, aber man trat der Ausführung des Gedankens vorläufig nicht näher, weil man die Lösung der damals vorliegenden großen Politischen Aufgaben vermutlich nicht durch etwaige Verwicklungen in Ostasien noch schwieriger gestalten wollte.

Der Gedanke schlies also zeitweilig ein, aber mit der Entwicklung unserer Marine, mit dem Aufblüheil unseres Handels uud unserer Reederei im Osten erwachte er wieder in verschiedener Gestalt und es ist begreiflich, daß während des Kriegs zwischen China nnd Japan vorzugsweise die Notwendigkeit eines militärischen Stützpunktes in Form einer Flotten- oder Kohlenstativn betont wurde. Die Marine- Berwaltuug war allerdings von vornherein immer der Ansicht, daß in allen unseren überseeischen Besitzungen die wirtschaftlichen Interessen den militärischen Anforderungen in jeder Hinsicht vorangehen müßten. Scheint dies auf den ersteil Blick wunderbar, so erklärt es sich doch leicht dadurch, daß viele unserer älteren Seeoffiziere aus eigner wieder­holter Anschauung die Fortschritte kennen, welche unser Handel dank