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nur kleine Kerne, die exportiert werden; das Fruchtfleisch ist so dünn, dafs es eine Palmölgewinnung nicht ermöglicht.
An Fruchtbäumen ist neben Orange, Citrone und Yakfrucht besonders der Mangobaum Pembas berühmt. Eine Varietät (Mwembe Dodo) mit grofsen, leicht rötlichen Früchten gilt sogar als die beste Ostafrikas und fand von Pemba aus Verbreitung über die Küste.
Zuckerrohr gedeiht überall, spielt aber keine besondere Rolle. Bei Chake-Chake wurde ähnlich wie bei Pangani mit Handpressen Melasse gewonnen, doch hat diese Produktion sehr abgenommen.
Tabak wird besonders von den Wapemba in ziemlichen Mengen angebaut, ebenso Betelblätter. Die Arekapalme bildet in herrlichen Exemplaren einen besonderen Schmuck der Kulturländer und liefert gutes Erträgnis. Die Palmyrapalme, in Südindien ein wertvolles Kulturgewächs, das Zucker liefert, kommt auf Pemba häufig vor, ohne ausgebeutet zu werden. Roter Pfeffer liefert ein Produkt von mäfsiger Bedeutung.
Die N a h r u n g s p f 1 a n z e n sind dieselben wie auf Sansibar. Reis wird in den sumpfigen Thälern in reichlicher Menge und guter Qualität angepflanzt. Sonst giebt es viel Maniok und Sorghum, letzteres besonders in der steinigen Zone.
Die Kautschukliane kommt im Busch vor und neuerdings gelangt Kautschuk in kleineren Partien aus Peniba zur Ausfuhr, Falls -nicht durch Anbau nachgeholfen wird, dürfte die Pflanze bald ausgerottet sein. Auch Vanille soll wild im Busch wuchern.
Die Viehzucht war früher eine Quelle des Reichtums der Wapemba, die schöne Zeburinder in grofser Zahl hielten. Durch die Viehseuche wurden diese jedoch sehr vermindert, so dafs heute fast nur Kleinvieh und Geflügel vorkommt. Maskatesel guter Qualität werden von den Arabern gezüchtet.
Die Fischerei bildet eine Nahrungsquelle der Uferbewohner, die sich auch der Gewinnung von Schildpatt widmen. Perlmutter kommt hauptsächlich auf den Riffen bei Mapanya vor, Ziermuscheln werden auf den kleinen Inseln eingesammelt und in Sansibar auf den Markt gebracht.
V.
Der Hauptort der Insel Pemba ist C h a k e - C h a k e, das auf hoher Uferrampe am Ende der schmalen, seichten und schwer zugänglichen Bai gleichen Namens liegt. Umgeben von reicher Vegetation ist es eine ärmliche Anhäufung von Negerhütten und halb verfallenen, teilweise mit Wellblech eingedeckten Steinbauten; die unebenen Strafsen