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von den Arabern nicht belästigt wurden. Man erzählt allerlei abenteuerliches von dieser Siedlung, die heute nicht mehr besteht.
Wie überall in Ostafrika, so feblen auch auf Pemba die Inder nicht, die als Kaufleute den Markt beherrschen und bei denen fast alle Pflanzer tief verschuldet sind. Sie sind durchweg Agenten Sansibarer Firmen. Bedeutend vorherrschend sind mohamedanische Inder der Bohora-Sekte, die an Festtagen einen weifsen Turban tragen, und deren Frauen dicht vermummt gehen. Sie haben in Chake-Chake, Wete und an anderen Orten Bazars. In geringer Zahl vertreten sind hier Koja; vedagläubige Hindu, in Ostafrika Banyans genannt, sind nur vereinzelt vorhanden.
IV.
So abgelegen und wenig besucht auch Pemba ist, so spielt es doch im Handel keine unbedeutende-Bolle als erstes Gewürznelken- land der Welt. Alle Anhöhen der Insel sind mit förmlichen Wäldern des Gewürznelkenstrauches bedeckt, der hier eine ungewöhnliche Höhe erreicht. Die Nelkenproduktion Peinbas ist alljährlich um ein ziemliches Quantum gröfser als die Sansibars. Die Qualität ist an sich der Sansibars völlig ebenbürtig, leidet jedoch durch den Transport in feuchten arabischen Segelschiffen, so dafs die Pembanelken stets einen etwas geringeren Marktpreis erzielen. Der Nelkenstrauch wurde in Pemba etwas später als in Sansibar eingeführt und drängte bald alle anderen Kulturen in den Hintergrund. Er lieferte seinen Pflanzern in früheren Jahren glänzenden Gewinn. Neuerdings ist durch das Fallen der Nelkenpreise und die ungenügende Sklavenzufuhr die Kultur sehr erschwert, und Pemba steht, wie Sansibar, vor einer wirtschaftlichen Krisis.
Die Kokospalme wird überall in grofsen Mengen gepflanzt und liefert ziemlich reiches Erträgnis von Kopra. Eine der Insel Pemba eigentümliche Varietät, die sich von hier aus nach Sansibar und der Küste verbreitete, ist die Palme Nazi ya Pemba, eine niedrige Sorte mit feingefiederten Wedeln und gelbroten Nüssen, die einen sehr wohlschmeckenden Fruchtsaft besitzen. Als Koprapflanze hat diese Varietät keinen Wert.
Eine Eigentümlichkeit Pembas ist die Ölpalme, diese Charakterpflanze Westafrikas, die sonst im Osten des Kontinents nicht vorkommt. Wahrscheinlich wurde die Ölpalme zur Zeit der Portugiesen aus Westafrika eingeführt. Von einer Kultur kann eigentlich nicht die Rede sein; die Bäume gedeihen halbwild im Busch. Sie liefern