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noch keine festgestellt worden, dürften aber zweifellos vorkommen, da das der Küste viel näher gelegene Sansibar solche beherbergt. Wildschweine, von den verwilderten zahmen Schweinen der Portugiesen abstammend, und Zwergantilopen hausen im Busch. Auch einige Affen und Lemurenarten giebt es, und Perlhühner sind häufig, dagegen sollen Leguane und Pythonschlangen nicht vorkommen.
III.
Unter den Bewohnern Pemba's sind die Wapemba zweifellos die ältesten. Sie spielen hier eine ähnliche Rolle wie die Waha- dimu und Watumbatu auf Sansibar und die Wambwera auf Mafia. Obwohl sie jedenfalls sehr alte Ansiedler sind, hat sich bei ihnen doch die feste Tradition ihres Ursprungs von der Küste, von Pangani, Tanga, Wanga und Mombasa erhalten. Durch Zwischenheiraten mit den betreffenden Siedlern wird diese Überlieferung weiter gepflegt. Sie sprechen einen Dialekt des Kiswahili, der in der Betonung an den der Wahadimu erinnert. Die Wapemba haben jedenfalls sehr viel fremdes, sei es arabisches, sei es portugiesisches Blut aufgenommen. Man findet unter ihnen viele lichtfarbige, daneben freilich auch sehr dunkle Individuen. Im allgemeinen sind es gut gewachsene, nicht unschöne Leute, die sich in Tracht und Sitte von den übrigen Swahili nicht wesentlich unterscheiden. Sie gelten als lebenslustig und intelligent, besonders berühmt sind sie durch Lieder und Dichtungen, die von Pemba aus über die ganze Küste gehen. Die Swahili-Mandoline sieht man in Pemba häufiger als sonstwo, und alle jungen Leute wissen sie zu spielen. — Durch die arabische Invasion wurden die Wapemba aus dem fruchtbarsten Gebiet der Insel teilweise verdrängt und nehmen dort die sumpfigen Niederungen ein, wo sie Reis bauen. Sonst pflanzen sie viel Sorghum und Maniok, treiben Viehzucht und erwerben sich als Seeleute und Fischer ihren Lebensunterhalt. Zu Chokocho, Livini und Kodyani haben sie geschlossene Dörfer. Früher gehorchten sie einem Jumben (Häuptling), der zu Finyanso hinter Fufuni safs, jetzt haben sie keine nationalen Anführer mehr.
An anderen altansässigen Swahili findet man bei Tumbe im Norden Wagunya, aus Lamu stammend. Sie treiben Ackerbau und gelten als geschickte Bootbauer, die auch die Kunst aus dem Mutterlande mitgebracht haben, die Tepe, die genähten Fahrzeuge herzustellen. Shatiri, in Chole ein wichtiges Bevölkerungselement, kommen auf Pemba nur vereinzelt vor, ebenso Sh eher- Ar aber und Komorenser. Die ältesten der auf Pemba ansässigen ibathitischen Maskataraber sind jedenfalls die dem Stamme der Mombaser Mzara