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Der koloniale Verkehr Deutsch-Ostafrikas : ein wirtschaftsgeographischer Versuch / von Johann Gottfried Benndorf
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Linienführung durch weite Gebiete öden Landes in Ugogo und Unjamwesi vielleicht nicht den Gewinn abwerfen wird, den sie im Verhältnis zu ihrer Länge doch später einmal bringen sollte. Um dem vorzubeugen, soll sie daher zur Hauptbahn des Schutzgebiets gemacht werden, und ihr durch Abzweigungen in ertragreiche Gebiete ein möglichst großer Verkehr zugeführt werden eine Bahnbaupolitik, die, wie schon erörtert, dem Schutzgebiet kaum von Nutzen sein würde.

Zweigbahnen der Tanganjikabahn. ») Die Numtdabahn.

Als erste Zweiglinie war die Eisenbahn nach Ruanda gedacht, die Erschließungsbahn des aussichtsreichen Zwischenseengebiets. Daß dieses Hochland mit seiner relativ dichten Bevölkerung von reichlich 3 Millionen Menschen die mittlere Volksdichte des Gebietes beträgt 34 (143, 77), mit seinen hochentwickelten wirtschaftlichen Verhältnissen, die eine rege Aus­fuhr landwirtschaftlicher Produkte, vor allem von Erdnüssen und Reis, erwarten lassen (71), möglichst bald für die Kolonialwirtschaft nutzbar ge­macht werden muß, unterliegt keinem Zweifel. Es handelt sich hierbei um den zentralen Teil, der noch zu erschließen ist, denn der östliche ist schon vom Victoriasee aus für den Handel eröffnet, der westliche steht durch den Kiwusee und den Russissi mit dem Tangcmjikasee und damit auch mit der Eisenbahn in Verbindung, der südliche wird direkt von der Zentralbahn beeinflußt. Ein wichtiges Mittel bei der Erschließung des mittleren Zwischenseenhochlandes soll die Schiffbarmachung des Kagera bilden, wie bereits genauer erörtert worden ist (S. 55 f.). Dieser genügt aber besten­falls nur für eine innere Verkehrsentwicklung der Länder, der Verkehr nach außen kann nur durch eine Bahn bewerkstelligt werden, deren Ziel am besten das Südknie des Kagera ist. Zum Anfangspunkt dieser Bahn, deren Bau die Kosten sind auf 47150000 M. oder rund 98000 M. für das Kilometer veranschlagt bereits genehmigt ist (36, 58), hat man Tabora ausersehen, ihre Länge wurde auf 481 Km berechnet (99b, 88). (Nach einer Notiz der Nordd. Allg. Ztg. vom 23. Januar 1917, Nr. 22 sollen trotz des Kriegesnicht weniger als 200 Km fertiggestellt" worden sein.) Günstig ist die Linienführung wohl kaum: die Bahn verläuft zu einem großen Teile durch wasserarme unproduktive Miombowildnis im Nordwesten Unjamwesis und Ussumbwas, wie in Kwande, Ujogo, UsckMu, Ubagwe, Ulewe, Usfongwe, erst in Uschirombo und Usambiro findet sich dichtere Bevölkerung und reichere Bodenkultur (20, 23). Auch die weiterhin durch­zogenen Länder wie Uha und Ussuwi sind im großen und ganzen aus­sichtsreich. Am Endpunkt der Bahn, an der Mündung des Ruwuwu in den Kagera, stoßen Urundi und Ruanda mit den wirtschaftlich gut ent­wickelten Provinzen Bugusi und Kissaka zusammen (51, 139).

Erschwerend für das Vordringen der Bahn ist der stufenweise