Druckschrift 
Ueber die Gründung der Deutschen Kriegsmarine / von A. Duckwitz
Entstehung
Seite
5
Einzelbild herunterladen
 

die deutsche Nation im Frühjahre des Jahres 1848 sich begeistert für die Einheit, Größe und Ehre des Vaterlandes erhob, bestand eine der Hauptforderungen in der Bildung einer deutschen Flotte. Dieselbe wurde besonders genährt durch das Eintreten der j Blockade unserer Häfen von Seiten Dänemarks, eines Gegners, der es nur wagen durste dem großen Deutschland gegenüber zu treten, weil dieses auf dem Meere völlig wehrlos war, und wenige feindliche Kriegsschiffe hinreichten, seinen Handel gänzlich zu lähmcn, Man fühlte tief die hierin liegende Schmach und erinnerte sich der Zeiten, in welchen deutsche Kriegsschiffe, die Ersten, welche Kanonen führten, die Nord- und Ostsee beherrschten. Die Entrüstung über Deutschlands Schwäche war entschieden und allge­mein, das Verlangen nach Aenderung war es nicht minder, aber die Ansichten darüber wie es anzufangen sei, diese Aenderungen rasch zu erwirken, waren so dunkel und unbestimmt wie irgend möglich, weil sich nirgends ein Anknüpfungspunkt blicken ließ. Wer irgend eine noch so rohe Idee von den Erfordernissen einer Flotte und deren Herstellung in kurzer Zeit hatte, schüttelte bedenklich den Kopf, wer sich nicht die Mühe gab darüber nachzudenken oder nachzuforschen, was alles dazu gehöre, um nur einen Anfang zu machen, glaubte, es genüge, wenn man nur Geld bewillige und den Bundestag ersuche, für eine Flotte zu sorgen. Als daher zuerst öffentlich im Fünfziger-Ausschuß, in der ersten Hälfte des April, die Flotten-Angelegenhcit zur Sprache kam und ich darauf antrug, den Bundestag zu ersuchen, das damals in Liverpool liegende Amerikani­sche Dampfschiff »llnitsü States« zu kaufen, um einen Anfang zu machen, erklärten sich die Mitglieder von der Sceküste zwar nicht dagegen, aber sie brachten so viele Bedenken vor, daß kein Beschluß zu Stande kam