Druckschrift 
Bd. 1 (1836)
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

V. WitterungsverhSltnisse.

<

bglcich alle bisher angestellten, oft mit einem großen Auf­wands von Fleiß und Ausdauer von öffentlichen Anstalten und Privatgelehrten gemachten Witterungsbeobachtungen noch keine solche Resultate geliefert haben, daß darnach Gesetze ge­bildet werden konnten, nach welchen sich die physisch - chemi» schen Prozesse richten, denen die verschiedenen meteorologischen Erscheinungen ihr Entstehen verdanken; obgleich oft ein Tag die Theorien und Ansichten über Meteorologie, welche auf die Erfahrungen und Beobachtungen während einer langen Reihe von Jahren so fest begründet zu sein schienen, wieder niederließ, so würden Witterungsbeobachtungen dennoch mit großem Unrechte zu den überflüssigen und nutzlosen Spielereien gerechnet werden, zu denen sie nur dann zu zahlen sein möch­ten, wenn sie in der Absicht der Vorhersagung der Witterung gemacht sind. Die Erfahrung hat nämlich gezeigt, daß in gewissen Gegenden die Veränderungen in der Atmosphäre einen mehr stehenden Charakter behaupten, der bald deutlicher, bald undeutlicher hervortritt, der zuweilen freilich durch unge­wöhnliche Naturereignisse getrübt wird, oder ausgelöscht zu sein scheint, aber dennoch seine Herrschaft nie ganz verliert, sondern immer wieder zum Vorscheine kommt, und auf das physische Sein der Bevölkerung, auf welche er einwirkt, nicht ohne Einfluß bleibt, und also auch nicht ohne Wichtigkeit, ohne Interesse sein kann. Zur Beurtheilung dieses stehenden Charakters der Witterung einer Gegend sind genaue Beobach­tungen derselben während einer geraumen Reihe von Jahren durchaus erforderlich; da diese aber dem Verfasser leider nicht zu Gebote standen, und er sich nur auf die von ihm selbst wahrend der letzten sechs Zahre angestellten beschränkt sah, so möchten seine Bemerkungen über diesen Gegenstand auch noch wohl sehr weit von einer zu wünschenden Vollständig­keit entfernt sein, zumal da unter der Reihe jener von ihm beobachteten Jahre sich einige befinden, die sich durch eine ganz außergewöhnliche Eigemhümlichkeit auszeichneten.

Wenn der Witterungscharakter einer Gegend theilweise durch den Langen- und Breitengrad, unter welchem sie liegt,