IV. Verhältnisse der Bevölkerung.
ie Ausmittelung der Bevölkerungsverhältnisse eines Gla«« tes bietet so manche interessante Seiten dar, daß sie mit Recht, zumal in der neueren Zeit, die Aufmerksamkeit sowohl der Aerzte als auch der Staatsmänner auf sich gezogen, und zu manchen überraschenden Resultaten geführt hat. Sollen diese Resultate einen festen Grund und Boden haben, so müssen sie auf eine bedeutende Reihe von Thatsachen begründet sein^ so müssen die Materialien zu ihrer Bildung von allen Seiten herbeigeschafft werden, eine Arbeit die mit größeren Schwierigkeiten verknüpft ist, wie es auf den ersten Blick scheinen möchte. Eben weil in den meisten Ländern erst seit nicht gar langer Zeit die Wichtigkeit dieses Gegenstandes für das allgemeine Wohl und für die Wissenschaft anerkannt wurde, fehlt es so häufig an Angaben über die Bevölkerung aus früheren Perioden, welche als Anhalts- und Vergleichspunkte für den jetzigen Austand dienen könnten und dazu unumgänglich nothwendig sind, fehlt es an, mit der gehörigen Genauigkeit geführten, Geburts- und Sterberegistern, an Angaben über Alter, Geschlecht und sonstige hierbei in Betracht kommende Verhältnisse der Bewohner. Au fast unübersteig- lichen Hinternissen bei Bearbeitung dieses Gegenstandes aber steigern sich die Schwierigkeiten, wenn selbst in der neuesten Zeit die Materialien dazu vernachlässiget wurden, wenn sich in ihnen Lücken befinden, die nur den Versuch einer Annähe, rung an die Wahrheit zulassen, keineswegs aber sie zu erreichen erlauben. Und in diesem Falle befindet sich der Verfasser hinsichtlich seiner Vaterstadt. Aur Entschuldigung der Mangelhaftigkeit der nachfolgenden Bemerkungen über die Bevölkerungsverhältnisse Bremens möge die nähere Erwägung nachfolgender Gegenstände, welche einer Vollständigkeit in den Weg treten, dienen.
1) Die Volkszählungen gehörten von jeher zu den Seltenheiten, indem aus früherer Zeit sich nur eine vom Jahre 1744 vorfindet, in welcher jedoch die Bewohner der Vorstädte, so wie die unerwachsenen Subjecte und die Dienstboten fehlen. Bis zum Jahre 1807 scheint dann keine weitere Aäh- lung vorgenommen worden zu sein, dann wieder 1818, und