I. Lage, Umfang und Gewässer der Stadt Bremen und ihres Gebietes.
^. Von der Stadt selbst und den Borstädten.
ie Stadt Bremen, unter den freien Städten Deutschlands den zweiten Rang einnehmend, liegt an beiden Ufern der Weser, in einer Entfernung von 8 bis 10 Meilen von ihrem Ausflusse in die Nordsee, und an ihrem höchsten Puncte, am Dom, 54 Pariser Fuß über dem Niveau derselben zur Ebbezcil, unter 26° 28' 6" östlicher Länge von der Insel Ferro, und 53° 4' 48" nördlicher Breite, den St. Ansgariithurm als ihren Mittelpunct betrachtet, nicht aber, wie gewöhnlich angegeben wird, unter 26° 2L' 11" der Lange, und 53° 4- 41" der Breite.
Au den ältesten Städten des nördlichen Deutschlands gehörend, da schon Ptolomäus, *) der Geograph, sie unter dem Namen Phabiranum unter den vier und neunzig germanischen Städten aufzahlt, und Kaiser Karl der Große sie schon wichtig genug fand, um im Zahre 783 dort ein Bis- thum zu gründen, hat sie die Physionomie des Alcerthümli- chcn noch in manchen Zügen, zumal was den alleren Theil derselben anbetrifft, bewahrt, und wenn auch die neuere Zeit viel dazu beitrug, dieses Eharacteristische zu vertilgen, so konnte es ihr doch nicht vollständig gelingen. Verschwanden gleich manche, ihr hohes Alter verkündende Gebäude, ohne eine Spur zurück zu lassen, als etwa in dem Gedächtnisse der ältern Bürger, traten gleich freundliche Spaziergänge an die Stelle starrer Bastionen, strebte gleich eine aufmerksame Polizeibehörde in den letzten fünfzig Jahren für eine regelmäßigere Bauart der Privatwohnungen zu sorgen, und willkürlichen Beengungen der Straßen zuvor zu kommen, erhoben sich gleich eine Menge im besseren Geschmacke erbauter Häuser, und gewann auch die Sitte, die Wohnungen durch einen freundlichen Anstrich zu schmücken, immer mehr die Oberhand, so blieb dies dennoch natürlich ohne großen Einfluß auf
*) Ll-lUlj. ?tolomi>e>i8 I'elusiots Leo"r. eusrrst. l^ib. II. <?sp, 11.
Heinecke» Topographie I. Vd. 1