Heft 
(2023) Bd. 20. Industriedenkmalpflege
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Denkmalpflege in Bremen Heft 20

Jessica Hansel

Die Chocoladen-Fabrik Hachez £t Co in der Alten Neustadt

Mit der Unterschutzstellung der Hachez-Fabrik- bauten in der Bremer Neustadt ist ein bedeu­tendes Bremer Traditionsunternehmen in die Denkmalliste aufgenommen worden. In der Welthandelsstadt Bremen, wo neben der Ein­fuhr von Kaffeebohnen auch der Kakao-Import von jeher eine große Rolle spielte, waren bereits im 19. Jahrhundert mehrere Schokoladenher­steller ansässig. Die 1890 gegründete »Bremer Chocoladen-Fabrik Hachez & Co« war jedoch die erste, die die Kakao-Verarbeitung von der Rohbohne an im industriellen Maßstab ein­führte.

Die Gründungsväter des Unternehmens wa­ren Joseph Emile Hachez und sein Kompagnon Gustav Linde. Hachez stammte aus einer ange­sehenen Kaufmanns- und Unternehmerfamilie, deren Stammvater Joseph Johan Hachez 1771 aus Brügge nach Bremen eingewandert war. Joseph Emile erhielt in Antwerpen eine Aus­bildung zum Chocolatier, nach deren Ab- schluss er 1889 nach Bremen zurückkehrte, um hier bereits im darauffolgenden Jahr eine eigene Firma zur Herstellung von Schokolade und Zuckerwaren zu gründen. Das Produktionsge­bäude sowie das dazugehörige Ladengeschäft der »Bremer Chocoladen-Fabrik Hachez & Co« befanden sich anfangs in der Hutfilterstraße inmitten der Bremer Innenstadt. Diese Räum­lichkeiten erwiesen sich allerdings schon bald als zu klein für die stetig wachsende Nachfrage nach den beliebten Hachez-Produkten. Aus die­sem Grund erwarb das noch junge Unterneh­men bereits 1895 ein Baugrundstück zwischen Wester- und Großer Annenstraße in der Alten Neustadt. Hier entstand eine größere Fabrik mit zusätzlichen Erweiterungsmöglichkeiten. Im Obergeschoss des dazugehörigen Kontor­gebäudes an der Westerstraße mit der damaligen

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Hausnummer 84/85 (ab 1905 Nr. 36/38, heute Nr. 32) nahm Joseph Emile Hachez um 1897 zusammen mit seiner Ehefrau Elisabeth Rüssel auch vorübergehend selbst seinen Wohnsitz. Schon bald mussten die Produktionskapazitä­ten jedoch erneut erweitert werden. Als erster Neubau entstand ab 1904 ein im rechten Win­kel an das alte Produktionsgebäude stoßender Seitenflügel, auf dessen Errichtung wenige Jahre später zwei weitere Neubauten folgten. Im Rah­men dieser zweiten großen Erweiterung um 1910/11 wurde auch das Kontorgebäude an

Kontorgebäude der Chocoladen-Fabrik Hachez & Co an der Westerstraße, historische Aufnahme