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Denkmalpflege in Bremen Heft 20
Jessica Hansel
Die Chocoladen-Fabrik Hachez £t Co in der Alten Neustadt
Mit der Unterschutzstellung der Hachez-Fabrik- bauten in der Bremer Neustadt ist ein bedeutendes Bremer Traditionsunternehmen in die Denkmalliste aufgenommen worden. In der Welthandelsstadt Bremen, wo neben der Einfuhr von Kaffeebohnen auch der Kakao-Import von jeher eine große Rolle spielte, waren bereits im 19. Jahrhundert mehrere Schokoladenhersteller ansässig. Die 1890 gegründete »Bremer Chocoladen-Fabrik Hachez & Co« war jedoch die erste, die die Kakao-Verarbeitung von der Rohbohne an im industriellen Maßstab einführte.
Die Gründungsväter des Unternehmens waren Joseph Emile Hachez und sein Kompagnon Gustav Linde. Hachez stammte aus einer angesehenen Kaufmanns- und Unternehmerfamilie, deren Stammvater Joseph Johan Hachez 1771 aus Brügge nach Bremen eingewandert war. Joseph Emile erhielt in Antwerpen eine Ausbildung zum Chocolatier, nach deren Ab- schluss er 1889 nach Bremen zurückkehrte, um hier bereits im darauffolgenden Jahr eine eigene Firma zur Herstellung von Schokolade und Zuckerwaren zu gründen. Das Produktionsgebäude sowie das dazugehörige Ladengeschäft der »Bremer Chocoladen-Fabrik Hachez & Co« befanden sich anfangs in der Hutfilterstraße inmitten der Bremer Innenstadt. Diese Räumlichkeiten erwiesen sich allerdings schon bald als zu klein für die stetig wachsende Nachfrage nach den beliebten Hachez-Produkten. Aus diesem Grund erwarb das noch junge Unternehmen bereits 1895 ein Baugrundstück zwischen Wester- und Großer Annenstraße in der Alten Neustadt. Hier entstand eine größere Fabrik mit zusätzlichen Erweiterungsmöglichkeiten. Im Obergeschoss des dazugehörigen Kontorgebäudes an der Westerstraße mit der damaligen
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Hausnummer 84/85 (ab 1905 Nr. 36/38, heute Nr. 32) nahm Joseph Emile Hachez um 1897 zusammen mit seiner Ehefrau Elisabeth Rüssel auch vorübergehend selbst seinen Wohnsitz. Schon bald mussten die Produktionskapazitäten jedoch erneut erweitert werden. Als erster Neubau entstand ab 1904 ein im rechten Winkel an das alte Produktionsgebäude stoßender Seitenflügel, auf dessen Errichtung wenige Jahre später zwei weitere Neubauten folgten. Im Rahmen dieser zweiten großen Erweiterung um 1910/11 wurde auch das Kontorgebäude an
Kontorgebäude der Chocoladen-Fabrik Hachez & Co an der Westerstraße, historische Aufnahme