Heft 
(2020) Bd. 17. Reformarchitektur
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Denkmalpflege in Bremen Heft 17

Achim Todenhöfer

Silbermanufaktur Koch £t Bergfeld. Bauhistorische Untersuchungen am Bestand

1874 vergrößerte sich die 1834 gegründete bre­mische Silbermanufaktur Koch & Bergfeld er­heblich, als sie die Produktion von der Bremer Vorstadt vor die Tore der Neustadt verlegte. Ein Jahr darauf wurde die Zollgrenze zum hanno­verschen Umland rückverlegt, sodass die Firma innerhalb des deutschen Zollvereins ungehin­dert ihre Produkte vertreiben konnte. Die zen­tralen, teils repräsentativen Fabrikgebäude dieser Ära haben sich trotz flächiger Abbräche er­halten und genießen seit 1980 den Status eines Industriedenkmals der bremischen bzw. deut-

Silberwarenfabrik Koch & Bergfeld, Blick durch die Hauptzufahrt

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sehen Wirtschaftsgeschichte. Bis heute befinden sich in dem erhaltenen Gebäudekomplex am Kirchweg noch die - allerdings derzeit unge­nutzten - Fertigungstechniken aller Zeitphasen sowie die Verwaltung und der Vertrieb der wei­terhin existierenden Besteckmanufaktur (Zur Geschichte und der früheren Nutzung sei auf den Beitrag vom Verfasser in Heft 13 dieser Reihe verwiesen). Seit cirka zwei Jahren beab­sichtigt eine bremische Investorengruppe die Gebäude und das Grundstück am Kirchweg neuen Nutzungen zuzuführen, da die zunächst geplante Wieder- und Neubelebung des Produk­tionsstandorts durch die Firma Koch & Berg­feld stagniert und die Betriebsgebäude zu ver­fallen drohen. Um sinnvolle und bestandser­haltende Planungen zu ermöglichen, hat das Landesamt für Denkmalpflege Bremen eine bauhistorische Bestandserfassung zur Vorbedin­gung gemacht. Durch diese können nun alle Bestandteile des Denkmals und seiner Ausstat­tung für die bauliche Umnutzung kulturhisto­risch bewertet werden.

Die beabsichtigten Umnutzungen, zum Bei­spiel als Kindertagesstätte, werden Veränderun­gen an der geschützten Bausubstanz bis hin zu Teilabbrüchen notwendig werden lassen, ins­besondere da es sich um ein großflächiges In­dustriedenkmal handelt. Daher ist es aus denk- malpflegerischer Perspektive wichtig, Eingriffe ohne den Verlust des historischen Erscheinungs­bildes, aber auch der notwendigen Bausubstanz, der Konstruktion sowie der Ausstattung zu er­möglichen, da durch deren Zusammenwirken die Denkmaleigenschaft erst entstanden ist. Die Erfassungsarbeiten wurden 2018 durch ein Planungsbüro, das sich aufbauhistorische Un­tersuchungen und Dokumentationen sowie Planungen in Denkmalen spezialisiert hat, im