Heft 
(2014) Bd. 11. Mittelalterliche Kirchen
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Kirsch | Schwartz - Zwei Funktionsbauten der hafennahen Wirtschaft von Erik Schott

Rolf Kirsch und Uwe Schwartz

Zwei Funktionsbauten der hafennahen Wirtschaft von Erik Schott neu unter Denkmalschutz

Im vergangenen Jahr wurden zwei wichtige Bau­ten aus dem Werk des Bremer Architekten Erik Schott unter Denkmalschutz gestellt. Beide sind Funktionsbauten in Hafennähe, die jeweils eine wichtige Branche des traditionellen Bremer Handels mit Genuss- und Lebensmitteln reprä­sentieren: die Tabakbörse am Speicherhof und der langjährige Sitz der renommierten Wein­handelsfirma Reidemeister & Ulrichs.

Erik Schott

Erik Schott (1906-1975) gehört zu den bedeu­tenden Vertretern der Nachkriegsarchitektur in Bremen. Er wurde 1906 in Reval als Sohn eines Architekten geboren. Schott sollte sich für den Beruf des Vaters entscheiden. Er absolvierte ein Studium an der TH Stuttgart unter den promi­nenten Professoren Bonatz, Schmidthenner und Wetzel. Nach dem Krieg ließ er sich in Fischer­hude bei Bremen nieder. Schott war Mitglied der 1945 gegründeten »Aufbaugemeinschaft Bre­men« und ab 1947 als sogenannter Gebietsar­chitekt für die Betreuung des Wiederaufbaus im Abschnitt »Tiefer« am Rande der Altstadt tätig. Er schuf, teils in Architektengemeinschaft mit Wilhelm Wortmann, zahlreiche Bauten in Bremen, darunter Geschäftshäuser, Industrie­bauten und Wohnhäuser. Zu nennen sind neben den hier vorgestellten beiden Objekten das Ge­schäftshaus der Fa. Robert Oscar Meyer an der Tiefer, die Instandsetzung und Erweiterung der »Weserburg« auf der Teerhofspitze, das Bank­haus Martens & Weyhausen in der Langen­straße, das Parkhaus Am Wandrahm/Ecke Bür- germeister-Smidt-Straße, der Fruchthof am Brei­tenweg und der Seefahrtshof in Bremen-Grohn. Zeitweise war Schott Vorsitzender des einfluss­

reichen konservativen Vereins »Lüder von Bent­heim«, der sich nach dem Krieg um den Wie­deraufbau Bremens verdient machte, aber vor allem durch seine entschiedene Bekämpfung des modernen Luckhardt-Entwurfes für das Haus der Bürgerschaft am Markt in Erinnerung ge­blieben ist. Kennzeichnend für die Bauten von Schott ist meist eine sachliche, verhaltene Mo­dernität. Insbesondere seine Geschäftshaus- und Industriebauten zeigen eine aus der Funktion entwickelte strenge Gestaltung unter Verwen­dung unprätentiöser, aber prägnanter Aus­drucksformen. Ein beliebtes Motiv war dabei die Betonskelettbauweise mit am Außenbau sichtbar gemachtem Stützen- und Deckenraster und roter Backsteinausfachung, wie sie 1949 erstmals beispielgebend für Bremen von den Architektenkollegen Säume & Hafemann beim Bau des Speichers I im Europahafen verwendet worden war. Dieses Gestaltungsmerkmal zeigen auch die beiden hier behandelten Bauten.

Tabakbörse

Infolge des gegen Ende der 1950er-Jahre eskalie­renden Westneuguinea-Konfliktes verstaatlich­ten die Indonesier die ehemals niederländischen Tabakplantagen, beendeten die traditionelle Vermarktung der indonesischen Tabake aus Sumatra und Java über die Niederlande und bo­ten den Bremer Tabakhändlern die Verlagerung des Geschäftes in die Hansestadt an. Die Wahl Bremens war auf das Renommee der Stadt als eines wichtigen Zentrums des Tabakhandels zurückzuführen.

Der Bremer Tabakhandel nutzte die Chance durch einen im Februar 1959 mit der indone­sischen Regierung geschlossenen Vertrag. Die

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