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Jahrbuch der bremischen Sammlungen : Jahresberichte des Gewerbemuseums, des Kunstvereins, der Stadtbibliothek
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Seite
139
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Die LnrwicKelung der Kunstgewerolicken Sammlungen im ZaKre 1909

von Karl Schaeker

ast alljährlich haben sich beim Abbruch alter Wohnhäuser in den Straßen der Nremer Altstadt I^este von einer tvpischen Nrt der OecKenausbildung im siebzehnten und achtzehnten Jahrhundert gefunden. Wenn sie auch dürftig waren, so ließ sich doch erkennen, daß die An­ordnung reicher Tischlerarbeit in der Nrt der süddeutschen 5elderdecKs der Renaissance hier nicht üblich war, daß man vielmehr stets festhielt an der einfachsten Konstruktion einer sichtbaren Lage von ^rögerbalken, über die Lichenbohlen gelegt wurden. Den Schmuck dieser robusten Decken gab der (Naler. (Neist in wenigen 5arbentönen werden im achtzehnten Jahrhundert okt über die weiße Tünche, die als Heller (Zrund stehen bleibt, freihändig Länder und sanken über die drei sichtbaren 5Iächen der NalKen und über die Dohlen der Zwischenkelder hingebreitet. Von dieser Nrt gibt die große DalKendecKe der l^athaus- halle das älteste Beispiel, die zwar mehrfach restauriert, doch im ganzen noch den LharaKter der malerischen Dekoration aus der Lntstehungszeit von 1610 bewahrt hat. Daß es möglich sei, ein datiertes unberührtes Original aus dieser frühen Zeit aufzufinden, war nicht zu erwarten. Oer Zufall führte im Npril 190? zu der Entdeckung, daß in dem Kleineren der beiden ..fzochzeitshäuser", die ehemals zusammen das Krameramt gebildet haben, der größte ^eil der alten f)olzdecke des oberen Saales noch wohl erhalten sei. lZei dem inneren Umbau des berühmten 16!9/21 errichteten l^enaissancegiebelhauses wurde I8bt die Kleinere fzälfte der OecKe durch die ^reppenhauscmlage zerstört; der l^est, die OecKe des sog. Kaisersaales, wurde von dem Architekt Loschen damals verschalt; als diese Verkleidung bei der Neuausstattung des Kaisersaales durch die (ZewerbeKammer beseitigt wurde, fand sich die Nemalung der NalKen und Dohlen auf eine Stäche von nahezu 9 (Neter Länge und 3,5 Meter Nreite erhalten, sie trägt das Oatum 1622. Oa die Sauarbeiten nicht

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