vie alte Dörse und ikr Lroauer
von C. Waldmann
sm Neujahrsmorgen 1888 stand vremens alte vörse in Flammen. Sehr grofz war die Trauer darüber nicht und von einem Wiederaufbau war Kaum die l^ede. Das (Zebäude wurde niedergerissen, die Stätte blieb hinfort leer; später wurde ein KaiserdenKmal darauf gesetzt. In der 5orm, in der man die alte vörse zuletzt Kannte, hatte sie anderthalb Jahrhunderte ausgehalten. Lin einfacher, langgestreckter, zweigeschossiger Vau in Klassizistischem Stil, mit (Ziebelfeld am Dach und Säulenstellung am Lingang; anfangs in Ziegel und Baustein, Naturfarben, dann ganz grau getüncht und etwas reizlos und daher wohl ebenso wenig beliebt, wie das stilverwandte, ganz vor Kurzem niedergelegte alte Stadthaus. Aber nicht von 5lnfcmg an war der vörse diese (Zestalt bestimmt gewesen. Oer Vau, der da niederbrannte, war nur eine Restaurierung der ursprünglichen, um vierzig ^ahre älteren 5orm. ^ene alte vörse, die Ib86^lby2 von dem französischen Architekten )ean vaptiste vroebes errichtet wurde, wäre wohl im neunzehnten Jahrhundert nicht so sang- und Klanglos begraben worden. Schon wegen ihrer Linzigart hätte man sie gewisz Konserviert: War es doch das einzige öffentliche (Zebäude vremens, das aus der varockzeit stammte.
Wie es in Wirklichkeit aussehen sollte, wissen wir genau. Wir haben die Projekte von vroebes, gute und Klare Radierungen von seiner eigenen l?cmd mit dem Datum !b8v. Diese Entwürfe zeigen einen eingeschossigen, von Pavillons flankierten Vau, unter einem elegant entwickelten gebrochenen Dach. Line Vorhalle mit dorischen Säulen, (ZebälK und einem flachen (Ziebel geben dem Cingcmgspavillon, zu dem eine Freitreppe hinaufführt, etwas vedeutendes und Würdiges. (5lbb. S. 100.) SKulpiertes Ornament, in 5orm eines von Füllhörnern eingefaßten Stadtwappens im (Ziebelfeld, 5Iammenvasen am Dachrand und ein um ein rundes Dachfenster geschlungenes Laubgewinde beleben den flufbau in diskreter Weise. Die 5assade des Saalbaues wird durch toskcmische pilaster mit einfachen 5enstern dazwischen gegliedert, der Sockel durch Kellerluken und VIendbögen. Zwischen den etwas reicher gestalteten Mansardenfenstern stehen wieder 5Iammenvasen. Nuch eine gewisse