Ruhm gar bald, aber auch heute noch sind sie für das Land von höchstem Nutzen und geben einem ansehnlichen Teil der Bevölkerung dauernd lohnende Beschäftigung. Und das dürfte noch lange Jahre der Fall sein. Vor allen Dingen riefen sie aber eine genügende Bevölkerung ins Land, welche auch die anderen Wirtschaftszweige, Ackerbau und Viehzucht vornehmlich, zur Blüte bringen konnte. Diese waren wohl imstande, die Lücke auszufüllen, die durch das Nachlassen der Goldfunde im Wirtschaftsleben entstand.
Daneben arbeitete die Regierung von Victoria schon sehr früh planmäßig auf die Schaffung einer eigenen Industrie. Derjenige, der Waren produzierte, die bisher eingeführt werden mußten, wurde auf jede Weise unterstützt, sei es durch Zahlung von Prämien, sei es durch hohe Einfuhrschutzzölle. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Das zeigt die wachsende Zahl der in der Industrie beschäftigten Arbeiter:
1870: 18 720; 181)8: 54 778 (40 GB1 männh, 14 147 weibl.);
1880: 33 247; 1006: 85 229 (5G 339 • 28 890 « .
An eine Ausfuhr industrieller Erzeugnisse in großem Maße kann freilich vorderhand noch nicht gedacht werden. Immerhin scheint, abgesehen von den Erzeugnissen der Molkereiindustrie, besonders die Textilindustrie gute Fortschritte zu machen.
C. Überblick über die Wirtschaft und ihren Einfluß auf die Eevölkerung.
Ein äußerst reges wirtschaftliches Leben entwickelte sich in Victoria seit dem Beginn der Goldperiode. Daß die schweren Gefahren, welche diese unvermeidlich hervorrufen mußte, Zusammenbruch der Geschäftswelt, Rückgang der landwirtschaftlichen Bodennutzung, Aufstand in Ballarat usw. immer wieder so schnell und glücklich überwunden wurden, verdankt das Land der Hauptsache nach dem gewaltigen Einwandererstrom, der, eben weil er so gewaltig war, allen Wirtschaftszweigen in gleichem Maße zu gute kam.
Wie sehr das wirtschaftliche Leben sich hob, das beweisen z. B. die in den Banken niedergelegten Gelder: