Volume 
1905: 1903/04
Place and Date of Creation
Page
235
Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image
 

isr,

ir

fS \

Farbige und Hospital für Farbige.

ist auch pathologisch-anatomisches Material zu späterer Bearbei­tung von mir entnommen worden.

Zu den einzelnen Erkrankungen ist zu bemerken:

a. Infektionskrankheiten.

1. Beri-Beri.

Im Dezember 1902 und Januar 1903 traten unter den chine­sischen Arbeitern der Station Jomba zuletzt einige Beri-Berifälle auf. Die Erkrankten wurden in das Hospital aufgenommen und streng isoliert . Das bisherige AVolmhaus der Chinesen wurde geräumt, desinfiziert, ausgeräuchert und für einige Monate unbewohnt ge­lassen. Heue Beri-Berifälle kamen dann unter den Stationsarbeitern im Berichtsjahre nicht mehr zur Beobachtung. Jedoch wurden von Januar bis Mai 1903 noch einige Beri-Berifälle unter Chi­nesen und Malaien von der Expedition dem Hospital überwiesen.

Alle Kranken, zum Teil mit schwerer Herzaftektion, Ödemen und bedeutender Einschränkung der Bewegungsfähigkeit gingen in Heilung über, soweit bei der Beri-Berierkrankung von einer Hei- ein kann. Hach der Wiederherstellung wurden

Yuf den Verlauf der Krankheit wirkt wohl auch der mit der Überführung in das Hos­pital verbundene Ortswechsel günstig ein. Sonst war die Behand­lung die übliche symptomatische. In allen Fällen habe ich auch von der holländischerseits empfohlenen Behandlung Gebrauch ge­macht. Die Kranken erhielten als Kahrung Ileis, dem das Silber­häutchen geblieben war. Wenn die Heilung wohl auch kaum darauf zurückzuführen ist, so ist diese Art der Ernährung doch eine bequeme, billige und unschädliche. Sie gewährt auch die Möglichkeit, den Erkrankten durch eigene Präparierung ihrer derartigen Kahrung aus ungeschältem Keis eine sicher nicht an­strengende und aufregende Tätigkeit zu gewähren.

Enter den Eingeborenen ist von mir noch kein Fall von Beri- Beri beobachtet worden. Die Fälle in den früheren Jahren sind wohl auf Infektionen durch die früher in gröfserer Zahl vorhan­denen chinesischen und malaiischen Arbeiter zurückzuführen.

Jedenfalls ist Beri-Beri hier in Kaiser-Wilhelmsland nicht heimisch.

Wenn auch über den Infektionsmodus der Erkrankung noch keine Klarheit herrscht, so hat doch hier die Erfahrung ergeben,

lung die Rede dann die Patienten in die Heimat gesandt.

Ki

f

isH

' II

wif

rr.vi

{ \\\

:i!|