V. Deutsch-Neu-Guinea.
A. Herbertshöhe.
(Berichterstatter: Jiegierungsarzt Dr. Wen dl and.)
I. Allgemeiner Teil.
Die beiden wichtigsten Fortschritte in sanitärer Hinsicht, welche im Berichtsjahre zu verzeichnen sind, ist die Mitte Februar d. J. erfolgte Eröffnung eines Krankenhauses für Europäer und Ende März die eines Gouvernementskrankenhauses für Farbige. Das Europäerkrankenhaus befindet sich in der früheren Gouverneurswohnung auf einem etwa 70 m hohen Hügel in etwa 400 m Luftlinie Entfernung vom Strande. Ein breiter, mälsig ansteigender, neu angelegter Fahrweg erleichtert den Kranken den Zugang. Das Krankenhaus bietet in 3 Zimmern Platz für 4 bis 6 Kranke, ein vierter Kaum dient als kleines Laboratorium für mikroskopische und chemische Untersuchungen; auch sind hier die notwendigen Arzneien und eine aus Privatmitteln gegründete Unterhaltungsbibliothek untergebracht. Ln fünften Zimmer wohnt die Krankenschwester. In zwei getrennten Anbauten befinden sich die notwendigen Nebenräumlichkeiten, und in unmittelbarer Nähe die Wohnung des chinesischen Kochs und der farbigen Dienerschaft. Das Haus des Arztes liegt in 150 m Entfernung auf demselben Hügelplateau.
Das Gouvernementskrankenhaus für Farbige ist in einer früheren Polizeikaserne, die nach Verlegung des gröfseren Teils der Polizeitruppe nach dem 16 km entfernten Torna frei wurde, eingerichtet. Es kann in 3 Abteilungen, für innere, für äufsere Kranke und für Frauen zusammen 36 Kranke auf nehmen. Ein Isolierungshaus für mit ansteckenden Krankheiten Behaftete (in erster Linie kommen hier Dysenterie, Beri-Beri und Geschlechtskrankheiten in Betracht), — existiert beim Gouvernement noch nicht. An diesen Krankheiten Leidende werden wie bisher in das Arbeiterhospital der Neu-Guinea-Compagnie geschickt, wo ein solches Gebäude vorhanden ist.