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V. Deutsch-Neu-Guinea. B. Friedrich-Wilhelmshafen.
B. Friedrich-Wilhelmshafen.
(Berichterstatter: Kegierungsarzt Dr. Hoffmann.)
Europäer und Europäerhospital.
Die Zahl der Europäer im Berichtsjahre in Kaiser-Wilhelmsland betrug im ganzen 114. Davon starben im Laufe des Jahres 4 = 3,5%. Dazu kommt noch ein Todesfall, der einen Herrn von der Expedition mit Schwarzwasserfieber auf dem Postdampfer nach seiner Abfahrt von Eriedricli-Wilhelmshafen betraf. Bei den übrigen 4 Todesfällen handelte es sich einmal um ein Schwarzwasser- fieber bei einem Missionar; einmal um ein Malariafieber, ebenfalls bei einem Missionar; 2 Europäer wurden auf den Frenchinseln von Eingeborenen ermordet. Eine Geburt eines Missionarskindes war zu verzeichnen.
Die beigefügten, später noch näher zu erläuternden Tabellen beschränken sich auf die in Friedrich-Wilhelmshafen sefshaften Europäer, 10—20 im Durchschnitt, und auf die im hiesigen Hospital behandelten Herren. Jedoch wird man nicht fehlgehen, wenn man für das gesamte Küstengebiet Kaiser-Wilhelmslands im allgemeinen die gleichen Verhältnisse annimmt.
Günstiger ist anscheinend der Gesundheitszustand auf der Höhenstation der Neudettelsauer Mission auf dem Sattelberge im Huongolf.
Im Hinterland der Astrolabebucht war die Errichtung eines Hühensanatoriums geplant. Von solch einem Sanatorium, wenn es wirklich seinen Zweck erfüllen soll, mufs, wie* Dr. Dempwolff seinerzeit hervorhob, verlangt werden, dafs es durch seine Höhe (800—1000 m oder höher) die so günstig wirkenden Temperaturunterschiede bietet, dafs es in nebelfreier Zone liegt, dafs es leicht und bequem zu erreichen ist, und dafs der Platz vor allem malaria- und anophelesfrei ist. In dem bisher zugänglichen Gebiet aber findet sich eine derartige Höhe nicht. Wollte man von einer oder der anderen Anforderung absehen oder in weiterer Entfernung einen geeigneten Platz suchen, so würden die dazu notwendigen Mittel sich für die doch verhältnismäfsig geringe Zahl der Europäer, die dafür in Betracht kommen, nicht lohnen. Vorerst wird man in nötigen Fällen immer noch eine Urlaubsreise nach Austra-