Gesundheitsdienst.
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ohne Prostituierte zu sein, in reichlicher Menge im Orte vorhanden. Da eine große Beunruhigung der Bevölkerung zu befürchten sei, falls diese alle einer ständigen Kontrolle unterworfen würden, so sei deshalb vorläufig von der Durchführung dieser Bestimmung Abstand genommen worden.
Auch anderwärts müssen die Maßnahmen gegen Prostituierte sehr milde gehandhabt werden und zeitweise ganz aufgehoben werden; öfters wurde beobachtet, daß bei strenger Durchführung der Untersuchungen z. B. Abwanderungen nach anderen Orten stattfanden.
Trägerfürsorge.
Auf vielen Stationen des Schutzgebietes befinden sich für die Unterkunft der Träger Karawansereien, für deren Instandhaltung die örtlichen Verwaltungsbehörden Sorge tragen. Sie bestehen aus Schlafräumen für die Träger sowie Kochgelegenheiten. An anderen Orten sind den Trägern bestimmte Plätze vor den Ortschaften zum Aufenthalte zugewiesen.
In Kondoa-Irangi wurde die Karawanserei durch eine neue Küche und eine Isolierbaracke für krankheitsverdächtige Personen ausgebaut.
Auf den ständigen Karawanenstraßen finden sich als Unterkunftsräume für die Träger Rasthäuser. Vielfach mußten sie abgebrannt werden, weil sie Nistorte für Rückfallfieberzecken darstellten. Wiederholt mußte auch vor der Benutzung alter Lagerplätze aus demselben Grunde gewarnt werden.
Auf der vielfach begangenen, fast menschenleeren und wasserarmen Karawanenstraße Kilwa - Liwale wurden im Berichtsjahre Wasserstellen durch Anlegung von zementierten Zisternen eingerichtet.
Im übrigen hängt die Trägerfürsorge auf das innigste mit den Maßnahmen zur Seuchenbekämpfung zusammen, insbesondere was die Bekämpfung der Pocken, die vielfach von Trägern verschleppt werden, und der Wurmkrankheit anbetrifft. So werden auf vielen Stationen die eintreffenden Träger geimpft und auf ansteckende Krankheiten untersucht. Ebenso benutzt das Sanitätspersonal auf Dienstreisen die Gelegenheit, vorbeipassierende Trägerkolonnen zu impfen und Kranke zu behandeln.
18. Bevölkerungsstatistik.
Wertvolles Material über die Bevölkerungsstatistik enthalten die Jahresberichte des Kaiserlichen Gouvernements, auf die an dieser Stelle verwiesen wird.
Äußerst wichtig für die Beurteilung der Lebenskraft eines Volksstammes und der hygienischen Zustände, in denen es lebt, sind Feststellungen über die Geburtsziffer und über die Säuglingssterblichkeit nebst deren Ursachen.
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