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I. Deutsch-Ostafrika.
Wässer aus neuerbohrten Brunnen zur Untersuchung, die bis 143 deutsche Härtegrade aufvviesen, für den gedachten Zweck also denkbar ungeeignet waren.
Die Untersuchung von Nahrungsmitteln, die sich auf alkoholische Getränke und Milchproben beschränkte, bot nichts Bemerkenswertes.
Die physiologisch - chemischen Feststellungen betrafen quantitative Zuckerbestimmungen in Harn.
Zur Prüfung auf Vorhandensein von Giften waren in 6 Fällen Leichenteile eingesandt, allerdings stets in so unzureichenden Mengen, daß sich daraus vielleicht der resultatlose Verlauf fast aller dieser Untersuchungen erklärt. Nur in einem Falle konnte Quecksilber in Magenteilen eines Kindes nachgewiesen werden. Aber auch hier war das zur Verfügung stehende Untersuchungsmaterial so außerordentlich gering, daß der Nachweis einer stattgefundenen Vergiftung mit Sicherheit nicht zu erbringen war.
Ein angeblich vergifteter Palmenwein hatte anscheinend nur infolge seines Alkoholgehaltes Vergiftungserscheinungen hervorgerufen.
Andere auf Gifte zu untersuchende Proben betrafen Eingebore- nen-Arznei- und -Zaubermittel, die an verschiedenen Orten bei Leuten beschlagnahmt waren, die des Giftmordes bzw. des Giftmordversuches beschuldigt wurden.
Durchgehends handelte es sich bei solchen sogenannten Medikamenten, worauf auch schon die ganze äußere Aufmachung schließen ließ, um Sympathiemittel. So fanden sich unter diesem Material zusammengerollte Rindenstückchen, die mit kleinen Früchten, Steinc.hen und Stoffresten gefüllt waren, mit Stoff fetzen umwickelte Steine und Harzstückchen, ferner Rinden, Hölzer, Wurzeln, Bambusgefäße mit Tamarindenmus, öl u. a.
11. Gesundheitsdienst.
12. Seuchenbekämpfung.
Der Bekämpfung von Seuchen wurde im Berichtsjahre ebenso wie in den Vorjahren das größte Augenmerk gewidmet.
1. Pocken.
Nachdem die Pocken im vorigen Berichtsjahre wieder epidemisch an verschiedenen .Stellen des Schutzgebietes, insbesondere im Gebiete der Zentralbahn, aufgetreten, waren auch im laufenden Berichtsjahre wieder eine Reihe von vereinzelten Fällen und kleineren Epidemien zu beobachten.
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