Jahrgang 
1907: 1904/05
Entstehung
Seite
211
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Erkrank, d. Nervensystems u. d. Bewegungsorg.Erkrank, d. Augen u. Ohren. 211

obachtung, einmal bei einem etwa 40jährigen Japmanne, der seit frühester Jugend damit behaftet war, im zweiten Falle erworben nach einem Sturz von einer Kokospalme, zugleich verbunden mit Verlust der Sprache. Bei einem durchreisenden deutschen Platz­aufseher beobachtete ich die Erscheinungen der progressiven Para­lyse mit vorliegenden Größenideen.

Hysterische Krämpfe wurden bei einer jungen Japanerin be­handelt, ferner bei einem jungen Halbblutmädchen, das ich früher ebenfalls wegen derartiger Krämpfe in Behandlung gehabt hatte, stenokardische Anfälle, die nach psychischen Erregungen auftraten. Ich glaubte ihre Ursache auch in der hysterischen Disposition der Patientin zu finden, da am Herzen außer einer geringen Vergröße­rung keine krankhaften Erscheinungen zu konstatieren waren.

Von sonstigen nervtosen Störungen, die vorkamen, erwähne ich noch einige Fälle von Neuralgien in verschiedenen Nervengebieten, sowie Migräne, die bei den Japfrauen wohl infolge der Feldarbeit unter der heißen Sonne häufig vorkommt.

Muskelrheumatismus kam recht häufig, ausschließlich bei Jap- eingeborenen zur Behandlung, Gelenkrheumatismus in 8 Fällen. Erwähnenswert war ein Fall von schwerem akuten Gelenkrheuma­tismus bei einem etwa 40jährigen Japmanne, den ich in üblicher Weise mit Natr. salicyl. resp. Aspirin behandelte. Erscheinungen von Seiten des Herzens traten nicht auf, doch machten die überaus heftigen Schmerzen öfter Linderung durch Morphin subkutan nötig.

2. Erkrankungen der Augen und Ohren.

Bei 4 Knaben wurde follikuläre Bindehautentzündung mit ge­ringen subjektiven wie objektiven Erscheinungen behandelt, akute katarrhalische Conjunctivitis mit Blepharitis bei einer jungen deutschen Frau, sowie bei einem Japeingeborenen, eine Phlyktäne bei einem Chamorrokinde.

Bei einem an tertiär-sypkilitschen Armgeschwüren leidenden Mädchen war eine parenchymatöse Trübung der ganzen linken Hornhaut vorhanden, die das Sehvermögen stark beeinträchtigte und das Auge in divergierende Schielstellung gebracht hatte. Zahl­reiche Uliera Cornea kamen bei einer jungen Japfrau zur Behand­lung ; die Erkrankung war nur auf das rechte Auge beschränkt und das Sehvermögen sehr herabgesetzt. Die Behandlung bestand in Atropineinträufelungen und feuchtheißen Borumschlägen. Das Resultat war auch ein günstiges, indem sich die Narben gut auf-

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