das Melken der Kühe im Kamerungebiete noch unbekannt. Die Aufgabe, welche dem Leiter der Station, Herrn Conrad, gestellt ist, ist keine leichte; seine Erfahrungen und Energie werden jedoch die Schwierigkeiten überwinden helfen, welche vor allem auch in der Ab- gelegenheit und weiten Entfernung von Kamerun bestehen. Es ist jedoch seitens Privater die Absicht, zwischen Johann-Albrecht-Höhe und Mundame, der obersten Faktorei am Mungoflusse, Kaffeepflanzungen auf dem sehr fruchtbaren Basaltplateau in ca. 180—200 m Meereshöhe anzulegen, wodurch dann jene Gegend schnell der Kultur zugänglich gemacht würde.
Auf der Heimreise, Madeira, den 22. April 1896.
III. Die Zukunft Kameruns.
Das reiche Interesse, welches man in den letzten Jahren vor allem unserer ostafrikanischen Kolonie zuwandte, brachte es mit sich, daß Kamerun wenig beachtet wurde, wenngleich auch die Statistik alljährlich einen recht bedeutenden Export (etwa 4—5 000000 Mark) und Import nachwies und obgleich die Zahl der im Kamerungebiete lebenden Europäer keine geringe zu nennen war (etwa 200). Es befinden sich im nördlichen Kamerungebiete jetzt zehn Niederlassungen der Weißen und im südlichen die gleiche Anzahl; davon sind nicht weniger als acht landwirtschaftliche Anlagen und Forschungsstationen.
Von den etwa 140 Deutschen, welche im Schutzgebiete leben, sind zur Zeit allein 17 auf den aufgeführten Stationen und Plantagen beschäftigt. Das ist in der That eine schon beachtenswerte Anzahl! — Wie ich früher andeutete, ist der Handel zur Zeit im Kamerungebiete in Stagnation oder gar im Rückgang begriffen. Die Gummi-Gewinnung ist erheblich zurückgegangen, der Elfenbeinhandel hat gleichfalls seine reichsten Tage hinter sich und nur Palmkerne, Palmöl und Ebenholz haben noch ihre frühere Bedeutung erhalten und werden dieses auch in Zukunft thun. Wenn aber nicht andere Export-Artikel für die aufgeführten Ausfälle eintreten, dann wird die Kolonie zurückgehen. Ein kleiner Fortschritt des Handels kann zwar noch erzielt werden, wenn das Hinterland in geeigneter Weise aufgeschlossen und durch Verkehrswege mit der Küste verbunden wird, ehe die Engländer und