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Der Plantagenbau in Kamerun und seine Zukunft : drei Reiseberichte / von F. Wohltmann
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flössen nur mäßig versehenen Boden ist daher ein von vorn herein totgeborenes Unternehmen. Düngungen in der tropischen Agrikultur rentieren sich heute nur sehr vereinzelt oder überhaupt nicht. Es giebt noch Böden genug in den Tropen, die ohne Düngungen reichlich produzieren und mit denen ein Nährstoffarmer, düngungsbedürftiger Boden nicht konkurrieren kann.* *)

Liegt aber ein von Natur fruchtbarer Boden vor, ist das Klima ein günstiges, dann erfordert der tropische Betrieb nur noch eine günstige Verkehrslage, um zu den größten Hoffnungen zu be­rechtigen!

Wie steht es damit in Kamerun?

Kamerun, den 10. März 1896.

II. Die Plantagen am Kamerungevirge.

Seit 1884 befindet sich Kamerun in deutschem Besitz. Was wir Deutschen dort in 12jähriger Arbeit geleistet haben, ist in anbetracht unserer kolonialpolitischen Jugend höchst beachtens- und anerkennens­wert ; es entspricht jedoch nach meiner Auffassung nicht dem, was auf Grund der günstigen Handelslage Kameruns und der großartigen natürlichen Bedingungen für Plantagenbau und auch Viehzucht da­selbst hätte geleistet werden können.

Für diesen Umstand ist zum größten Teil verantwortlich zu machen das häufige Mißgeschick in der Auswahl derjenigen Personen, welche nach Abgang des ersten Gouverneurs, des vortrefflichen und erfahrenen Herrn von Soden, berufen wurden, in der obersten Leitung der Kolonie zu wirken oder mitzuwirken. Empfindet man schon bei uns im Volke nahezu allgemein schmerzlich das Gefühl, daß eine große Zahl Juristen mit unzureichender allgemeiner Vor­bildung und Lebens Erfahrung in das Leben und in Aemter eintreten,

*) Eine eingehende Darlegung der Klima-, Boden- und Düngungs- Verhältnissc in den Tropen findet sich in meinemHandbuch der tropischen Agrikultur für die deutschen Kolonien in Afrika" Band I Seite 34259. (Leipzig, Duncker u. Humblot, 1892. Durch F. Telge, Berlin 8^., zu beziehen.)

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