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Zwanzig Jahre Missions-Diakonissenarbeit im Ewelande / von Hedwig Rohns
Entstehung
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Auch der praktischen Ausbildung ist in der Schule Raum gegeben. Montags finden wir die Hälfte der Oberklasse abwechselnd am Waschfaß beschäftigt und Mittwochs am Plätt­brett. Jede Schülerin nimmt die Kenntnis von richtiger Wäsche- behandlung mit in ihr Haus. Ist uns bei Besichtigung der Hefte die Fertigkeit der Mädchen im Schreiben aufgefallen, so bewundern wir ebenso ihre Leistungen in weiblichen Hand­arbeiten. Es gibt Mädchen, die großes Geschick dafür haben. Neben der sauber genähten Steppnaht füllt der Strumpf und das mit der Maschine genähte Kinderkleid besonders ins Auge. Auch die Häkelarbeit und die Namenstickerei sind vertreten.

Beim Verlassen der Schule können wir uns des Eindrucks nicht verschließen, daß, wenn die Mädchenschulen ihre Schuldig­keit tun, durch sie ein neues Frauengeschlecht in: Eweland heran­wachsen muß.

!r) Prüfung durch den Schulinspektor in Keta.

Nachdem unsere Missionsschulen im Jahre 1902 der eng­lischen Schulbehvrde unterstellt waren, fand im Oktober jenes Jahres die erste Prüfling durch den englischen Schnl- inspektor in der Mädchenschule in Keta statt. In einem Berichte darüber vvm 25. Oktober lesen wir folgendes:Am 10. Oktober hatten wir das gefürchtete englische Examen. Vor einer Sache, die man kennt, braucht man sich nicht zu fürchten. Aber wir konnten ja nicht wissen, was ein englischer Schul­inspektor verlangen würde. Im August bekamen wir die Nach­richt, daß er Anfang Oktober zu kommen gedenke. Bis dahin hatten wir angenommen, das Examen würde im Dezember statt­finden. So war längst noch nicht aller vorgeschriebene Stoff bewältigt, und als wir am 1. September die Schule nach den Ferien wieder begannen, entwickelte sich ein enormer Eifer, schnell noch recht viel in die Krausköpfe hineinzustecken. Es gab noch mancherlei zu tun, aber trotz der Kürze der Zeit wurde alles fertig.

Endlich kam der große Tag. Schon von sieben Uhr an füllten sich die unteren Räume mit schön gewaschenen und ge­salbten Kindern in Sonntagskleidern. Unsere Kleinsten aus der Kleinkinderschule versammelten sich in einem neuen Lchnlziininer, das wir kürzlich vom Kinderschlafsaale haben abtrennen lassen. Es war aufs schönste mit Palmenzweigen geschmückt. Sein schönster Schmuck aber war die wonnige kleine Gesellschaft, welche in feuerroten, hellblauen, rosa lind grünen Röckchen auf den Bänken saß. Ihre schwarzen Augen glänzten vor Erwartung.