Vierter Teil.
Milder aus der Arbeit der Schwestern.
1. Einblicke in das Heidentum.
a) Der Götzen- und Geisterdienst.
Als sich im Jahre 1890 für einige Wochen auf der Bergstation Amedzowe weilte, habe ich einmal folgendes erlebt. Es mangelte für den Bau des großen Missionshauses an Sand. Missionar Seeger ließ daher in der Umgegend Steine auflesen, von denen die kleineren zwecks Gewinnung von Sand zerklopft wurden. Eines Morgens sahen wir eine große Schar- Neger aus dem am Fuße des Berges gelegenen Dorfe Wane heraufkommen. Voran schritt würdevoll der Sprecher des Königs mit dessen langem Stäbe, dem Zeichen der Königsmacht, in der Hand. Dann kam der König selbst, im bunten, togaartigen Lnndeskleid stolz einherschreitend, und ihm folgte eine große Schar seiner Untertanen. Was für eine wichtige Angelegenheit mochte diesen feierlichen Besuch veranlaßt haben? Sie kamen, um ihren entführten Gott wiederzufordern. Ein gewöhnlicher Feldstein wurde von ihnen als solcher verehrt; der in diesem wohnende Geist war, wie sie glaubten, der Beschützer ihres Dorfes, an dessen Eingang er aufgestellt war, um alles Uebel von den Bewohnern fernzuhalten. Dieser war den eifrigen Steinleserinnen in die Hände gefallen. Missionar Seeger führte die Wanelente zu dem großen Steinhaufen, aus dem sie sich ihren Götzen wieder heraussuchten.
Ein andermal sah ich aus einem Spaziergange in Amedzowe einen wilden Feigenbaum mit mächtigen Luftwurzeln, die fast bis zur Erde von seinen Aesten herabhingen. Auch dieser wurde von den Einwohnern göttlich verehrt. Man sah Eier, Jams, Hühner, Kaurimuscheln unter dem Baume liegen. Es waren die an jenem Morgen gebrachten Opfer. Als solche waren auch
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