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gehrt und hat in Erinnerung an die bei uns verlebte Zeit gesagt: „Nie habe ich so viel Frieden gehabt, als da ich bei den Schwestern war." „O hätte ich doch früher den Schwestern gehorcht," hat eine andere, die uns auch viel Kummer gemacht, reuevoll ausgerufen, nachdem sie nicht mehr bei uns war.
ib) Erfolge der Erziehung.
Wir erlebten aber auch Freude bei der Hauserziehung. Am Sonntag morgen wurden wir gewöhnlich durch einen schönen Blumenstrauß erfreut. Einmal hatten die Kleinen in einem Bilderbuch einen Blumenkorb abgebildet gesehen. Das mußte nachgemacht werden. Sie stellten viele Blumen in den buntesten Farben zusammen und verbanden das Ganze kunstvoll durch einen Henkel von blauen Winden. Mit der größten Heimlichkeit wurde der wunderbare Schmuck dann in das Zimmer der Schwester befördert. Auch an Geburtstagen wurden wir morgens um sechs Uhr durch ein Stündchen überrascht. Leise schlichen sich sämtliche Hauskinder herauf, was ihnen meistens sehr gut gelang, da sie keine Fußbekleidung tragen. Plötzlich erscholl dann vor der Tür des betreffenden Geburtstagskindes kräftiger Gesang. Das Programm der selbstgewühlten Lieder war manchmal etwas eigenartig zusammengestellt. So sangen sie einmal bei einer solchen Gelegenheit: „Wem Gott will rechte Gunst erweisen," dann ein Begrübnislied und zuletzt: „Befiehl du deine Wege."
Ganz rührend war die Teilnahme bei der Erkrankung einer Schwester. Sie, die sonst so oft zur Ruhe gewiesen werden mußten, konnten dann so lautlos und still ihre Arbeit tun, daß man fast hätte denken können, es wären gar keine Kinder im Hause. Sie erlangten eine große Geschicklichkeit in all den kleinen Diensten, die man Kranken zu erweisen hat und taten diese mit Genauigkeit und Liebe. Wenn ich in Schwester Lottchens Krankheit nach durchwachter Nacht des Morgens zwischen fünf und sechs auf die Veranda trat, fand ich dort schon eins der Mädchen sitzen, welches mir helfen wollte. Als Schwester Minna krank war und es sehr ernst um sie stand, hatte eins der Kinder außen an die Zimmertür geschrieben: „Jesus ist bei dir." Stundenlang konnten sie an dem Krankenbette einer Schwester sitzen, den Fächer in der Hand, die Moskitos vertreibend und der Kranken Kühlung zufächelnd.
Für die kleineren etwa fünf- bis achtjährigen Kinder im Hause mußten die größeren Mädchen sorgen, wie ältere