Neukcüedonien. Die Loyalty- und Wallis-Inseln.
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„Loyaute-Jnseln" genannt) befindet sich der Sitz der französischen Verwaltung in Lifu vorder Neede von Chepenehe, das lebhaften Verkehr mit Sydney-Händlern unterhält. Die 1878 der französischen Kolonialmacht einverleibte, 0,8 ylvin große Chestersield-Grnppe, ein Atoll mit drei Jnselchen, liefert Guano.
In der Verwaltung besteht die Einrichtung, daß ein Zivilgouverneur die Kolonie regiert, was insofern auffällt, als gerade eine Strafkolonie mit starker Truppenmacht wohl eher einen Offizier als Statthalter erfordern dürfte. Fünf Bezirke: Numea, Kanala, Bnrail, Ubache und der Norden, werden durch zahllose Beamte, deren Erhaltung eine große Summe Geldes erfordert, verwaltet, und es ist daher nicht wunderbar, daß Neukaledonien nichts abwirft.
H. Die Wallis-Inseln.
Unter dem Namen Wallis-Jnseln werden jetzt die nach Wallis benannten Eilande von Uea, neuerdings aber auch Futuna und Alofi zusammengefaßt, deren Einverleibung in das französische Kolonialreich 1886 — 88 stattfand, nachdem schon 1844 auf Gruud der Wünsche der Missionare die französische Schutzherrschaft über Uea ausgesprochen worden war. Uea ist 96, Futuna mit Alofi 159 hkm groß, die Gesamtzahl der Einwohner wird auf 3000 berechnet, so daß die Volksdichte etwa 20 beträgt. Diese Inseln sind ausgezeichnet durch den Umstand, daß ihre Bevölkerung wächst, was nach französischen Quellen nur noch auf Tahiti und Niue, Hawaii und den Loyalty-Inseln der Fall sein soll, während sie auf allen anderen Südsee-Jnseln sinkt. Diese Zunahme wirkt um so auffallender, als blutige Kriege zwischen den religiösen Parteien aus Futuna stattgefunden haben, noch 1872 eine Vergewaltigung der evangelischer: Bevölkerung durch die französischen Truppen vorkam und außerdem die Bewohner von Futuna als arge Menschenfresser bekannt waren, die angeblich die 1800 Bewohner des seitdem unbewohnten Alofi vollständig aufgezehrt Haber: sollen. Die Bevölkerung besteht aus. Polyuesiern, vor: denen die Ueaner der: Samoanern und Tonganern nahe stehen und etrva 3000 Köpfe stark, die Futunaner mit Fidschi-Leuten gemischt und nur 2000 ar: der Zahl sind. Angebaut werden besonders Kokospalmen, Baumwolle, Pfeilwurz; der wichtigste Ausfuhrartikel ist die Kopra.
Die politische Verfassung ist meist noch patriarchalisch, d. h. jedes Familienhaupt regiert seine Familie und gibt bei den öffentlicher: Beratungen seine Stimme ab, die nach der Größe seiner Verwandtschaft und nach seinen persönlicher: Eigenschaftei: schwerer oder geringer ins Gewicht fällt. Auf Uea hat eine dieser Familien der: oberster: oder der: Königstitel; doch ist ihre Macht sehr beschränkt, mehr nominell: der König kann über nichts entscheiden, ohne die Versammlung des Volkes zu befrageu.
Lange, erbitterte Kämpfe mit der: Tonganern, namentlich in: Jahre 1832, und das allgemein beobachtete Aussterbei: der Eingeborener: bei der Berührung mit der europäischen Kultur- haben auch auf dieser: Inseln einer: Rückgang der Bevölkerungszahl hervorgerufen. Allein auf Uea und Futuna sind doch auch wenigstens zeitweise und so auch jetzt Perioden einer Zunahme der Bevölkerung festgestellt worden, was, nach Graeffe, vor allen: dein Umstand zuzuschreiben ist, daß die hier angesiedelte katholische Mission weniger störend ir: die ursprünglicher: Verhältnisse und Sitten der Eingeborener: eingreift, aber anderseits streng geschlechtliche Zucht ausübt, während die protestantische Mission wegen des ihr fehlenden Hebels der Beichte ir: dieser Beziehung weniger erreicht. Thatsächlich wurde Uea schor: irr: Jahr 1867 vor: der frauzösischer: Mission beherrscht, und zwar vor: Priestern, da die Barmherzigen Schwestern das Klima nicht vertragen konnten; die beiden Hauptdörfer Matautu und.Samt-Josephe besaßen schor: damals hübsche, ir: europäischen: Stil erbaute Kirchen.