Frauen weben Matten und Segel. Außerdem wohnten hier 1891 noch 118 Fremde: nämlich 94 Weiße, davon 6 Frauen und 6 Kinder, sowie 24 Mischlinge. Am zahlreichsten (30) sind die Deutschen, dann (18) die Amerikaner, die Engländer 17, die Chinesen 11; und der Nest verteilt sich aus Norweger, Schweden, Portugiesen, Japaner, Dänen, Russen, Schweizer, Vrasilier. Der Beschäftigung nach waren 4 Negiernngsbeamte, 42 Kaufleute, 3 Pflanzer, 19 Seeleute, 7 Handwerker und 13 Gesinde. Seit dem Jahr 1886 hat als Kommissar der Reichsregierung und als oberster Gerichtsbeamter ein von: Reichskanzler ernannter Beamter seinen Sitz auf der Hauptinsel der Marshall-Gruppe, Jaluit.
Jaluit mit seiuem geräumigen Hafen ist der wichtigste Handelsplatz, der Sitz zweier deutscher Handelshäuser: der Deutschen Handels- und Plantagengesellschaft der Südsee und der Firma E. Hernsheim u. Komp. (s. die beigeheftete Tafel „Die deutsche Station Jaluit im Marshall- Archipel"). Die Gebäude machen einen unbedeutenden Eindruck, da das zwischen den beiden deutschen Niederlassungen gelegene Eingeborenendorf mit seinen unansehnlichen Hütten weit gegen die Wohnungen der Karolinier zurücksteht. Für Europäer hat der Aufenthalt auf Jaluit weuig Verlockendes, zumal da keine regelmäßige Dampferverbindung mit den übrigen Südsee-Jnseln besteht, sondern sich aller Verkehr noch auf Segelschiffen bewegt, die jedoch seit 1895 regelmäßig an den spanischen Postdampfer in Ponape anschließen sollen. 1889 verkehrten in der Marshall- Gruppe, vorwiegend im Hafen von Jaluit, 87 Schiffe mit 7701 Tonnen Gehalt. 1893 kamen aus Jaluit 21 Schiffe mit 9911 Tonnen Gehalt, darunter 16 deutsche mit 7010 Tonnen Gehalt.
Obgleich sich der Handel der Marshall-Inseln immer noch fast allein auf Kopra beschränkt und auch voraussichtlich niemals größere Ausdehnung erlangen wird, ist doch die Kolonie im stände, die Kosten ihrer Verwaltung selbst zu decken und dem Handel ein lohnendes Feld zu bieten. Die Steuern werden in Kopra erhoben und ergeben jährlich in 12 Steuerbezirken, mit deren Verwaltung die Häuptlinge betraut sind, eine erhebliche Summe: Jaluit allein 22,500, Mille 40,000, Arno 50,000, Majuro 50,000, Ebon 50,000, Mejit 10,000, Nauru 60,000 Pfund Kopra. Eine Schule ist in der E f ) „ „ 7 -
4. Are spanischen KoLonien in Ozeanien.
Spaniens Kolonien in der Südsee bestehen aus den Marianen, den Palau-Jnseln und den Karolinen oder, wie offiziell eingeteilt wird, aus den Marianen, West- und Ostkarolinen. Die Marianen sind 1140 hlem groß und enthalten 10,172 Einwohner nach der Zählung von 1887, die Karolinen 1450 glrm und 36,000 Einwohner, so daß das Gesamtgebiet etwa die Größe von Sachsen-Meiningen, aber kaum ein Fünftel der Einwohnerzahl dieses Ländchens besitzt. Dennoch sind die Karolinen mit 26 Einwohnern auf das Quadratkilometer eine der best- bevölkerten Inselgruppen der Südsee; und auch die Mariauen sind mit 9 auf das Quadratkilometer verhältnismäßig nicht schlecht bevölkert.
Die Marianen, schon 1521 von Magalhäes entdeckt und zu Ehren der Witwe PhilippsIV. getauft, bestehen aus den bewohnten Inseln Guanr oder Guaham (514 glrm mit 7000 Einwohnern), Nota (1l4gPm mit 400 Einwohnern), Tinian (130 <ikm mit 400 Einwohnern) und Saypan (185 ginn mit 433 Einwohnern), zu denen noch zahlreiche kleinere kommen.
Die früheren Bewohner der Marianen, die Chamorros, sind von den Spaniern und den von diesen aus den Philippinen mitgebrachten Tagalen verdrängt worden und gehören bereits zu den ausgestorbenen Völkern, so daß die jetzige Bevölkerung aus eiuem Gemisch von Tagalen, Spaniern und eingesprengten Karoliniern besteht, die auf Saypan eine Kolonie, Gnrapan, gegründet haben. Die außerordentlich starke Abnahme der anfangs auf 200,000 — 600,000