Britisch-Melanesien.
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denen jedoch meist auch nur farbige Lehrer wirken und weiße Missionare für gewöhnlich nur zur Prüfung der Leistungen erscheinen. Die Missionare auf den britischen Salomonen gehören der melanesischen Mission der englischen Hochkirche an. Die bedeutendsten Kopra-Gebiete sind der Süden von Neugeorgien und die Florida-Insel; Tripang wird besonders im Südwesten voll Neu- georgien und bei Guadalcanar gewonnen. Politisch oder administrativ ist diese Kolonie noch nicht organisiert worden.
e) Britisch-Neuguinea.
Im Jahre 1874 begann in Australien, besonders in Queensland, eine lebhafte Agitation zu gunsten der Einverleibung der Insel Neuguinea in den Besitz der britischen Krone, doch fanden diese Anstrengungen damals in London keinen Widerhall. Zwar entsprang aus dieser Erregung der öffentlichen Meinung die „New Guinea Colonization Association"; diese hat aber niemals Beweise ihrer Thätigkeit abgelegt. Die Aufregung wiederholte sich 1883, als in Australien Expeditionen zur Erforschung Neuguineas ausgerüstet wurden, die freilich fast ohne Erfolg geblieben sind, und führte schließlich dazu, daß die Kolonie Queensland von dem Osten der Insel Neuguinea, zwischen 141 und 150° östl. Länge, im Namen der englischen Krone Besitz ergriff; allein auch diese Besitzergreifung wurde in England nicht anerkannt. Dagegen erklärte dieses den britischen Schutz über die Südküste Neuguineas am 0. November 1883, zu derselben Zeit, als die Deutschen die Flagge in Mioko, Matupi und Friedrich-Wilhelmshafen hissten. Im Jahre 1884 wurden sodann durch Vertrag mit Deutschland die Grenzen des neuen Schutzgebietes festgesetzt, und schon im Jahre 1888 erfolgte dessen Erhebung zur Kronkolonie. Diese steht insofern in Abhängigkeit voir Queensland, als die Bestimmung getroffen wurde, daß der in Port Moresby residierende Administrator von Britisch-Neuguinea nur durch Vermittelung des Gouverneurs von Queensland mit der englischen Regierung verkehren darf.
Das Gebiet der Kolonie erstreckt sich über den Südosten und Süden der Insel, das große Tiefland der Flp-Mündungen, die Gebirgskette des Südostens und die Südküste und hat ein Gesamtareal voll 229,102 Am mit 350,000 Einwohnern, wovon ein gewisser Teil auf die um das Festland Neuguineas gelegenen Inseln, namentlich die d'Entrecasteaux-Gruppe, kommt, die allein 3145 Am und 12,400 Einwohner halten soll, während die Louisiaden dahinter zurückstehen. Die Volksdichte ist daher im britischen Neuguinea erheblich größer als im deutschen und niederländischen Teil, nämlich 2,1 aus das Quadratkilometer, und wenn man die an der Südküste des Festlandes gefundenen Zahlen für das ganze Gebiet annehmen wollte, so würde sich die Bevölkerung als noch größer herausstellen und die Dichtigkeit wachsen. Chalmers fand nämlich innerhalb eines Küstenstriches von 576 kau Länge und 24 km Breite aus 35 Hektar einer: Eingeborenen, was für das ganze Festland 480,000 Einwohner ergeben würde; doch steigt die Dichtigkeit an manchen Stellen noch mehr, wie um Port Moresbp und Kerepunu herum, wo auf 2600 Am 13,580 Menschen wohnen, also auf 1 ginn 5. Im Küstenstrich Aroma soll die Dichtigkeit 10, im Norden der Milne-Bai sogar 38 auf das Quadratkilometer betragen, und ebenso sollen im Gebiete des Joseph-Flusses aus 400—500 Am sehr guten Landes 10,000 Menschen, also 20 auf 1 Am, wohnen. Zwischen 1 und 11 schwankt auch die Dichtigkeit auf den Inseln, und aus der Goulvain-Jnsel soll sie sogar die Zahl 100 überschreiten. Dem gegenüber sind aber die Berggegenden und die Gebiete zu beiden Seiten des Flp-Fluffes viel geringer bevölkert, so daß die Annahme von 350,000 Einwohnern für das Gesamtgebiet den thatsächlichen Verhältnissen ungefähr entsprechen dürste.
Die Kolonie baut ungefähr dieselben Nutzpflanzen an wie das nördliche Queensland und Kaiser-Wilhelms-Land, treibt auch Perlenfischerei in der Torres-Straße und hat neuerdings durch