Periodicaltome 
[Bd. 5] (1895) Australien und Ozeanien : eine allgemeine Landeskunde / von Wilhelm Sievers
Place and Date of Creation
Page
157
Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image
 

Die Cook- und Tubuai-Inseln.

157

Bau aus gehobenem Korallenkalk, der eine Gesamthöhe von 125 m, eine kleine Ebene an der Nordwestseite hat, ein Barrierriff an der West- und ein Strandriff an der Nordküste ausweist. Manuae oder die Hervep-Jnsel ist ein Atoll, dem ein Eingangskanal in die innere Lagune fehlt.Das Land", sagt Cook (.Reisen nur die Well, II),war mit einer Menge Buschwerk und anderen dichtbelaubten Bäumen bewachsen, über welche die hohen Gipfel der Kokospalmen in großer Zahl emporragten. Die Küste war sandig und hin und wieder mit Grün über­wachsen. Beide Stücke Land, ans denen die Insel bestand, hingen dem Ansehen nach durch ein Felsenriff zusammen, schienen aber ganz unbewohnt zu sein." Jetzt hat es das Atoll auf 10 Be­wohner gebracht. Mitiero oder Mitiaro hat eine ganz flache Lagune, die sich bereits in einen Süßwassersee verwandelt hat, ist niedrig und im wasserlosen Süden und Osten unfruchtbar, im angebauten Norden und Westen dagegen von mehr als 200 Menschen bewohnt. Das erst 1823 entdeckte Mauki ist trotz seiner geringen Höhe von nur 12 m doch eine gehobene Korallen- insel und so fruchtbar, daß sich an 400 Menschen auf dem kleinen Ländchen bequem ernähren können. Ja, südwestlich vor diesen erlaubt Atiu oder Katutia, ein nicht weniger als 120 m hoch gehobenes Korallenriff, bei seiner sehr günstigen Bodenbeschaffenheit, die einen enormen Baumreichtun: erzeugt, trotz seines Mangels an fließenden: Wasser, einer Bevölkerung von 1200 Menschen eine sorgenlose Existenz. Dagegen ist das benachbarte Dakutea ein flaches, ganz und gar unbewohntes Atoll.

Die bekannteste unter allen Cook-Jnseln ist, wie bereits bemerkt, Rarotonga, die einzige vulkanische der Gruppe. In: Berge Tuputea steigt sie bis zu 900 m Höhe empor, hat einen im ganzen gebirgigen Charakter, ist dabei fruchtbar uud wird wegeu ihrer geradezu malerischen Schön­heit allgemein gerühmt.Liebliche, von brausenden Strömen bewässerte Thäler", so schildert Meinicke (,Die Inseln des Stillen Ozeans^) ihre Reize,durchschneiden die Berge, deren basal­tisches Gestein fast überall aufgelöst und in eine mit der üppigsten Vegetation bedeckte Erde um­gewandelt ist. Um dieseBerge breitet sich eine weiteKüstenebene aus, die mit deuschöusteuWäldern, den Fruchtbäumen und Feldern der Eingeborenen angefüllt ist und an: Fuße der Berge von einen: tieferen Strich sumpfigen Landes, gegen das Meer von einen: schmalen Sandstrande begrenzt wird. Die ganze Insel umgibt ein breites Barrierriff, das bei der Ebbe fast trocken liegt und von mehreren Kanälen durchschnitten wird." Für größere Schiffe fehlt es leider an einen: Hafen.

Die letzte Insel der Gruppe ist Mangea oder Maugaia, eine erhobene Koralleninsel von 90 m Höhe. Steile Wände, felsiger Boden und zahlreiche Tropfsteinhöhlen zeichnen sie aus, deren brackige Seen mit den: Meere in Verbindung stehen und deren Boden mit verdorrten: Gras und Farnen überkleidet ist. Der durch ein schmales Küstenriff begrenzte Strand ist felsig und wenig fruchtbar, das Juuere der Jusel dagegen von einigen in den: höhlenreichen Boden sich ver­lierenden Gewässern durchzogen, gut bebaut und mit schöner Vegetation bestanden. Wahrscheinlich hat Mangea einen basaltischen Kern.

8. Iie Tubuai- oder Auftrat-Duseln.

Nach Ostsüdosten erstreckt sich in der Richtung der Cook-Jnseln die Tubuai- oder Austral- Gruppe, die ebenfalls von Cook zwischen 155 und 144° westl. Länge zu beide:: Seiten des Wendekreises 1769 entdeckt und 1777 besucht worden ist.

Der Tubuai-Archipel besteht aus acht verschieden:: Insel:: mit in: ganzen 286 gkm Flä- chenraum. Die größte unter ihnen ist Tubuai selbst mit 103 (ffou; dann folgen Nawaiwai mit 66, Nurutu mit 50 und Rapa oder Oparo mit 42 cilrm, und die übrigen (Nimitara, Narurota und Morotiri sowie das Osborne-Riff) mit zusammen nnr 25 ^m Areal.