Die Marshall-Inseln.
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bekannt; sie bestehen aus zwei Lagunenriffen, einem östlichen mit fünf gänzlich unbewohnten, und einem westlichen mit 25 zum Teil bewohnter: Jnselchen, von denen Fallelap die größte ist. Luknnor wird uns von v. Kittlitz als eine Gruppe vor: drei Laguneninseln geschildert, anf derer: Nissen etwa 90 Eilande liegen, darunter das 35 llm irr: Umfang messende Luknnor selbst, eine der schönsten aller Koralleninseln mit zahlreichen Kokoshainen, aber ohne Queller:; die größte dieser Gruppe ist Sotoar: mit etwa 60 gut bewaldeter: und meist bewohnten Insel::. Vor: aller: genannter: macht eine merkwürdige Ausnahme das Eiland Fais oder Tromelin, östlich vor: 3)ap, insofern, als es, bis zu 30 in Höhe gehoben, eins der wenigen Beispiele hoher Koralleninseln ir: der Südsee darstellt. Steile Wände umschließen in der Mitte eine fruchtbare, angebaute Senke, die trocken gelegte alte Lagune.
In: Gegensatz zu den polynesischen Inseln fällt bei den Karolinen der verhältnismäßig große Reichtum vor: Pflanzen und Tieren auch auf den kleinen und kleinsten Koralleninseln auf, derer: Inneres oft äußerst üppigen Urwald trägt; Luknnor besitzt sogar förmliche Wälder vor: Brotfruchtbäumen, die von Kokos und Pandanus umgürtet sind.
3. Are Marsh all'- Inseln.
Das Atoll Providence oder Udjelang mit 10 kleinen bewaldeten Riffinselchen und seichter Lagune sowie das aus 30 flachen Eilanden mit kräftiger Baun:- und Strauchvegetation bestehende Atoll Enirvetok oder Brorvn führen nns hinüber zu der: Marshall-Jnseln.
Vielleicht schon 1526 von Loaysa auf den: Wege von der Magalhäes-Straße nach der: Molnkken gesehen, sicher 1529 von Saavedra auf der ir: umgekehrter Richtung versuchten Durchkreuzung des Ozeans, verschwanden die Atarshall-Jnseln wieder ansdergeographischeirKemünis, bis sie Wallis irr: Jahre 1767 wieder auffand. Nähere Bekanntschaft mit der: Marshall- und Gilbert-Jnseln vermittelten jedoch erst die von der Ostindischer: Kompanie nach Port Jackson 1788 (vgl. oben, S. 17, Phillips Leistungen) entsendeter: Kapitäne Marshall und Gilbert, die auf der Rückfahrt nach und nach fast sämtliche Archipele der beider: Gruppen entschleierter:. Die genauere Untersuchung der Inseln verdanken wir zu eiuern Teile der: Kaufleuten des Hauses Godeffrop, zu einen: anderen den von dieser Firma ausgesendeten Naturforschern, namentlich I. Kubary, zu einem dritten der deutschen Marine, den: Hause Hernsheirn uud Otto Finsch.
Die Marshall-Juseln, gelegen zwischen 12 und 5° nördl. Breite und 162 und 1730 öftl. Länge, umfassen mit Narvodo irr: ganzen 415 gllm, die sich auf zahllose Einzelinseln Verteiler:. Sie zerfallen in zwei Gruppe::: die Ralik irr: Weste:: mit 278 gllm, und die Ratak in: Öfter: mit 133 gllm Flächenraum. Beide Abteilungen bestehen aus je 16 Atollei:, die sich vor: Nordwesten nach Südosten gegen den Äquator hin erstrecken.
Alles, was sich ir: diesem Archipel über der: Meeresspiegel erhebt, ist Korallenbau: meist Laguneninseln, Atolle ohne jeden vulkanischen Kern, aber regelmäßiger angeordnet als bei der: Karolinen. Die Grundlage scheint auch hier wieder ein unterseeischer Erhebnngsrücken zn sein, über dein die Jnselbildung in verschiedener: Stadien der Entwickelung fortschreitet; so kommen z. B. Doppelatolle vor, und manche andere werden durch lineare Riffe miteinander verbunden. „Jaluit", sagt Langenbeck (,Die Theorien über die Entstehung der Koralleninselrü), „zeigt die erster: Spurei: einer beginnenden Teilung der Lagune. Bein: Mentschikow-Atoll liegt in: Nordei: eine kleine, seichte Lagune, die durch eir: Riff vor: der Hauptlaguue getrennt ist. Diese selbst ist ir: der Mitte außerordentlich verengt, so daß sie bei fortschreitender Senkung sich wahrscheinlich ir: zwei Hälften zerlegen wird. Narnu oder Musquillo ist eir: vollständiges Doppelatoll, dessen beide ziemlich gleich große Lagunen durch eir: Riff, auf den: sich mehrere kleine Jnselchen