Die Marianen. — Die Palau-Inseln nnd Karolinen.
135
init anscheinend besonderer Vorliebe in dein unausgesetzt aus dein Krater aufsteigenden gelbbraunen Rauche. In dem Inneren des Vulkans grollte und donnerte es ununterbrochen, wobei er in Zwischenräumen von etwa 10 Minuten mit kanonenschußartigem Knall ohne Unterlaß dichte Wolken voll Asche und Steinen ausschüttete, letztere rollten zu unseren Füßen herab, während erstere noch auf weite Entfernung hin das Schiff erreichten. Die Insel Pag an oder Pal) gan erscheint auf weitere Entfernung zuerst wie zwei Inseln, da zwischen den beiden ungefähr 250— 300 m hohen Kratern ein Streifen verhältnismäßig niedrigen Landes liegt. Von den als thätig bezeichneten Vulkanen stieg nur aus dem westlichen der am Südwestende der Insel gelegenen beiden Vulkane leichter Rauch auf."
Unter den größeren Inseln des Südens ist zunächst Saipan zu nennen. Ein im allgemeinen niedriges Hügelland, erhebt es sich nur bis 150 m Höhe; doch ragt am Nordende der tafelberg- artige, abgestumpfte Vulkankegel Tapochao 500 m hoch empor. Die Westküste ist flach, der Süden der Insel ausgedehntes niedriges Weideland, der Strand mit Bäumen bestanden, auf die stolz die Kokospalme herabschaut. Im entgegengesetzteil Teile vermehrt sich die Bewaldung so, daß die nördlichsten Striche dichte Wälder tragen. Tinian (s. Abbildung, S. 319), ebenfalls ein hügeliges, 150 m hohes, noch flacheres Land, ist sowohl aus basaltischeil Lavafelsen als anch aus Korallenkalk zusammengesetzt. Die Höhen bedeckt Wald, den ganzeil Nest der Insel aber iil solchem Maße Gestrüpp und Weide, daß die Viehzucht hier vorwiegt. Das aus Madreporen- kalkstein gebildete Nota ist fast ganz mit nahezu unzugänglichen Wäldern bestanden.
Am bekanntesten von allen Marianen ist die größte Insel, Guam oder Guaham, die sich von Nordnordosten bis Südsüdwesten über 50 km hinzieht, dabei nur 15 Ion breit und gegen Norden verschmälert ist. Der Süden, der flachste Teil der Insel, wird voll Korallenriffen umgeben, während der Norden und namentlich der Nordosten steil aus dem Meere aufsteigen. Die Höhen sind gering: im Norden erreichen müßige Hügel 200 m, der südlicheil Westküste entlang zieht eine Kette hin, deren obere Teile baumlose Savannen tragen; dagegen sind die Gehänge von dichtem Wald umhüllt. Kegelartige, durch Thäler getrennte Berge erheben sich hier nahe am Strande, der sich durch prachtvolle Vegetation vor der Ostküste vorteilhaft auszeichnet.
Der Norden ist trocken und wasserarm, der Süden hingegen, ein wohl submarin entstandenes vulkanisches Land, entschieden besser bewässert. Voll Norden nach Süden nimmt die Ausdehnung der Korallenriffe an den Küsten zu; der Grund, hierfür liegt einerseits in der wärmeren Temperatur des Meeres, anderseits wohl auch darin, daß die südlicheil Inseln älter zu sein scheinen als die nördlichen. Rota und Tinian sollen ausschließlich aus Korallenkalk bestehen, und auch an dem Aufball der übrigen südlichen Inseln nimmt er teil.
Voll dein Uracas ziehen sich bis 1290 östl. Länge unbewohnte Riffe hin, der sogenannte Magalhäes-Archipel; am bekanntesten ist hieraus das Atoll. Abreojos.
2. Die Ualau-Inseln und die Karolinen.
Im Süden der Marianen erstreckt sich der Kern Mikronesiens (wenn man hier überhaupt von einem Kern reden darf), die lange Reihe der Palau-Jnseln und der Karolinen, von 135 — l.630 östl. Länge und zwischen 10 und 1" nördl. Breite von Westen nach Osten. Diese Eilande wurden bereits im Ansang des 16. Jahrhunderts voll den Spaniern entdeckt, zuerst wahrscheinlich Lamoliork von Diego de Nocha 1525 oder 1526, dann die Palau voll Villalobos 1543; im 18. Jahrhundert wurde sodann der der Ullithi-Gruppe voll Francisco Lazcano 1686 gegebene Name Karolinen auf den ganzen Archipel übertragen. Genauere Aufnahmen besitzen wir aber erst seit 1824 durch Duperrep und 1828 durch Graf Lütke und v. Kittlitz; die Wissenschaft-