Mikronesien.
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so sieht man das Land nach Norden steil zur Küste hinabsinken, nach Westen allmählich abfallen; zwei größere Flüsse ziehen westwärts und erreichen an der Küste gegenüber von Salwati eine weite Tiefebene, die sich bis zu dieser Insel hin fortsetzt.
Die den: Doppelkopfe von Neuguinea an dieser Stelle vorgelagerten Eilande Waigäu, Batante, Salwati und Misol, mit Popa, Gebi und kleineren oft als Papua-Inseln zusammengefaßt, sind von zahlreichen Riffen, Klippen und Jnselchen umgeben, bestehen aus in: gauzen niedrigem tertiären Boden und bieten ungemein abwechselnde und reizvolle Landschastsbilder, da jedes Eiland mit fremdartig aussehenden Bäumen und Sträuchern bedeckt und mit Palmen gekrönt ist, die auch die bergigen User schmücken. Die größte Höhe auf Waigeu soll etwa 1250 m betragen, das Doppelte der Kammhöhe des die Insel durchziehenden Gebirges. Die Berge treten dicht ans Meer, lassen wenig Raun: für Ebenen frei und enthalten im Nordei: bedeutende Höhlen; Wälder und Sümpfe erschweren das Eindringen ungemein. Batante besteht aus steilen Schieferbergen, Salwati dagegen in: Norden aus Kalkzügen von 800 m Höhe, in: Süden aus einer weiten, mit dichten: Urwald bedeckten Tiefebene, die von Flüssen durchzogen wird. Misol baut sich vollständig aus im Westen sanft gerundeten:, in: Osten scharf gezackten:, eingeschnittenem,bis zu 950 m hohen: Bergland auf; nur an der Nordküste reichen Ebenen bis ans Meer, und phantastische steile kleine Kalkinseln mit dürftiger Vegetation begleiten schließlich die Ost- und Südseite.
In: Süden des von Sümpfen umgebenen ungesunden MacCluer-Golfes bringt es der südliche Teil des Kopfes von Neuguinea nur auf 1500 m Höhe in: Berge Gnoffo, der an der tief einschneidenden Kamrau-Bai emporsteigt; doch erscheinen auch hier noch die Berge imposant, da sie überall steil zur Küste abfallen. In: Inneren der Halbinsel scheinen sie aber eine Art Tafelland zu bilden, und infolge der schroff aufsteigenden Berge, vor denen schmale, sumpfige, aber fruchtbare Küstenebenen liegen, ist die Kamrau-Bai sehr malerisch. Überhaupt besitzt die ganze Küste hier eine große landschaftliche Schönheit: Tafelberge, steil gezackte Gipfel und groteske Wände wechseln von: Abfall des Gebirges ab bis zur Küste lebhaft miteiuauder ab, uud ein malerisches Sandsteingebiet reicht nördlich bis zu den: schmalen, 1000 m hohen Jsthmns zwischen den: MacCluer-Golf und der Geelvink-Bai.
Südlich von Neuguinea, aber noch auf seinen: Sockel, liegen die 7750 gkm großen Arn- Jnseln, die, von Perlmuschelriffen umgeben und durch Salzwasserkauäle voneinander getrennt, in größere und kleinere Stückchen zerfallen, von denen die bedeutendsten Kobrur und Trangan sind. Hohe Bergspitzen und größere Flüsse fehlen, aber die Inseln sind reich an Wasser, das leider brackig und braun gefärbt ist. Die niederen, wellenförmig gestalteten Teile der Aru-Inseln stammen aus quartüren und spättertiären Zeiten.
v. Mikronesien.
Nördlich und nordöstlich von Melanesien breitet sich ein weiterer Abschnitt unserer Inselwelt, Mikronesien, aus. Trotz seiner weite:: Ausdehnung über 50 Längen- und reichlich 25 Breitengrade besteht es doch nur aus wenigen kleinen, hohen, vulkanischen und vielen Ko- ralleninseln. Zu diesem Länderraum rechnet man die Marianen mit 1140 gllm, die Palau- Jnseln und die Karolinen mit 1450 <Km, die Marshall- mit 415 und die Gilbert-Gruppe mit 430 gRm. Das Gesamtareal aller dieser Eilande entspricht mit 3435 gllm einen: Gebiete geringer als Sachsen-Weimar. Gemeinsam sind diesenJnseln die Kleinheit des Areals, die Riffnatur, das Auftreten von Landstücken auf den Riffen und die Lagunenbildung in ihrer Mitte. Zu den wenigen höheren Eilanden vulkanischen Ursprungs gehören einige der Palau-Gruppe (besonders