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III. Ob erstächen gestalt.
Im Osten verliert dieses Riff schon bei Korror so vollständig allen Zusammenhang, daß namentlich die Insel Uruktapel auf ihrer Ostseite fast frei von Riffen ist; dann aber beginnt es wieder bei Eil Malk und endet erst all der Ostküste von Pililu, während sich das westliche Riff in scharf meridionaler Richtung gegen die Westküste derselben Insel hinzieht.
Die hier von den Riffelt eingeschlossene!: kleineren Eilande sind zum Teil recht hoch (Olupsakel und Urnktapel), zum Teil ganz niedrig (Eil Malk, Eiltaob und Pililu), bestehen aber sämtlich aus gehobeltem Korallenkalk. Aber während im Norden nach Semper „die von: Hauptlande abgerissenen Inseln rasch unter der Oberfläche des Meeres verschwinden, sind die Kalkfelser: des Südens durch die Einwirkung der Strömungen und der Brandung in eilte Unzahl kleiner, dicht nebeneinander liegender Inseln zerrissen, und es ist durch gar viele derselben der Zusalnmelthang und die frühere Ausdehnung nachzuweisen. Pililu z. B. besteht aus einer nur etwa 3 m über dein Meere erhobenen, ganz aus metamorphosiertem Korallenkalk gebildeter: Fläche, in derer: nördlichern Ende man noch die vereinzelten Reste eines einstmals gewiß zusammenhängenden und jetzt bis auf 60—80 m erhobenen Korallenriffes findet. Ziemlich zusammenhängend ist dieses Riff noch auf der nördlicher: Seite, wo es seine größte Höhe erreicht und sich auf einer schmaler: Landzunge in niedrigerer: Klippen fortsetzt und der östlicher:, von ihr durch eine breite Niederung getrennten und ir: einzelne Inseln aufgelöster: Klippenreihe entgegentritt. So scheint diese Niederung, welche teils von Sümpfen und Mangrovebüschen erfüllt ist, teils die Kukaufelder der Bewohner der Inseln trägt, eine Lagune anzudeuten, welche einstmals bestanden Haber: mochte."
Auch Angaur besteht aus niedrigem Vorland und einer schmaler:, 30—50 in hoher: Klippenreihe vor: Korallenkalk. Selbst wenn man nun auch die nördlichsten Riffinseln nicht als Atolle ansieht, so ergibt sich doch, daß im südlichen Teile der Palau-Gruppe Hebungen der Korallenriffe., irr: nördlicher: hingegen Senkungen, also auf sehr geringern Raume ganz entgegengesetzte Bewegungen stattgefunden haben müssen, eine Erscheinung, aus der Semper gegeu die Darwinsche Ansicht vor: der Entstehung der Koralleninseln zu Felde zu ziehen Veranlassung genommen hat. Jedenfalls sind die Palau-Jnseln für die Frage nach der Entstehung der Koralleninseln von Wichtigkeit, und es erschien uns daher angezeigt, an dieser Stelle gerade sie einer eingehenderen Besprechung zu unterziehen.
L. Die Karolinen.
Die Karolinen zerfallen ir: zwei Hauptabteilungen: vier hohe, bergige, vulkanische Inseln und etrva 38—45 niedrige Gruppen vor: Koralleninseln. Jene sind, von Westen nach Öfter: gerechnet: Jap, Ruk, Ponape und Kusaie; davon bedeutet merkwürdigerweise Jap fast den westlichster:, Kusaie den östlichsten Punkt des ganzen Archipels. Ruk oder Hogoleu liegt nahezu ir: der Mitte, Ponape nahe den: Ostende des größeren Schrvarmes.
Von den: 1450 c^lrm umfassenden Flächenraum, den die Karolinen (im weiterer: Sinne) einnehmen, sind etwa 500 für die Palau-Jnseln abzurechnen, und von den: Rest vor: 950 (Mr entfällt eir: so kleiner Bruchteil auf die nichtvulkanischen Gruppe::, daß die genannter: vier hoher: Inseln über zwei Drittel des Areals der eigentlichen Karolinen einnehmen.
Pap, rnit seiner: 213 riirm fast so groß wie das Staatsgebiet Bremens, besteht aus zwei nur durch eine ganz schmale Landenge verbundenen Teiler: vor: ungleicher Größe; außerdem werden ihr zwei kleine Inseln, Torei und Ronno, zugerechnet, die durch außerordentlich enge Kanäle vor: der Hauptinsel getrennt sind. Das Ganze umgibt eir: ausgedehntes Barrierriff rnit einen: guter: und fünf unbrauchbaren Eingänge::. Dieses Hindernis ist 2—4 Irm breit und fällt an: Außen- rande steil zurr: Meere ab; nur an einer einziger: Stelle, im Süden der Insel, führt ein schmaler Kanal, die Tomil-Bai, rnit Seitenverzweigungen bis zurr: Lande hindurch und ist wegen seiner