136
III. Oberflächengestalt.
liche Erforschung endlich ist erst in den sechziger Jahren von K. Senrper für die Palau-Jnseln und von Kuban) für diese und die eigentlichen Karolinen ins Werk gesetzt worden, und eine hydrographische Aufnahme führte Kapitän Knorr 1876 aus. Man unterscheidet gewöhnlich zwischen einer westlichen kleineren, von Norden nach Süden gestreckten, und der westöstlich gerichteten Hauptgruppe; jene nennt man die Westkarolinen oder Palau-Jnseln, diese die eigentlichen Karolinen. Da man nun aber diese wieder in West- und Ostkarolinen einteilt, ergibt sich eine Gesamtanordnung in: n) die Palau-Jnseln, d) die Westkarolinen, e) die Ostkarolinen. Wir jedoch sondern die Pnlau als besondere Abteilung aus und fassen die Gruppen d und e unter der althergebrachten Bezeichnung „Karolinen" zusammen.
Die Palau-Jnseln.
Der Name Palau-Jnseln stammt von den Spaniern her; doch fand ihre Wiederentdeckung nach der ersten Auffindung durch Villalobos erst 1783, und zwar ganz zufällig, durch den Schiffbruch des ostindischen Schiffes „Antelope" unter Kapitän Wilson statt, dessen Buch ,,^n ^eeount ob 11i6 Islands" (1786) die erste Beschreibung der Inseln enthält. Neuerdings bieten Semper's Werk über die Palau-Jnseln (1873) sowie Kubary's Studien im Journal des Museum Godeffroy (1873) die besten Darstellungen der Natur der Palau und ihrer Bevölkerung. Der südnördlich gerichteten Kette werden gewöhnlich nur die zwischen Kajangle im Norden und Angaur im Süden, also zwischen 8° 5^ und 60 5<N nördl. Breite gelegenen Inseln zugerechnet; doch dürfen wir die Gruppe der Palau in erweitertem Sinne sogar bis gegen 1? nördl. Breite ausdehnen. In diesem Falle bezeichnet man als die südlichste Insel Mapia (St. David oder Freewill), die nördlich von der Geelvink-Bai gelegen ist.
Von den fünf flachen, gut bewaldeten Inseln des kleinen Lagunenriffes Mapia ist Piken die größte; Bnnoj oder Bnrat aber hat einen zweiten Namen für die Gesamtgruppe abgegeben. Pandanus, Kasuarinen, Brotfruchtbäume, Kokospalmen, Farne, Gräser bekleiden die Einzelinseln; Tiere sind aber auch hier sehr selten. Ebbe legt das sandbedeckte Riff trocken. Eine Reihe von Riffen, Lagunen-Inseln und Sandbänken (die Helens-Bank, Tobi oder Lord North-Jnsel, Merir und Pulo Anna) führen hinüber zu den beiden Sonsol oder Sonsoral: sämtlich wenig über die Wasserlinie emporragende, mit Bäumen bestandene, zum Teil gut bewaldete Eilande. Sonsol oder St. Andrews und das nördlich davon gelegene Fanna sind keine Atolle, sondern besitzen Strandriffe, die die Annäherung so sehr erschweren, daß Schiffe vor den Inseln nicht ankern können, und nur zur Flutzeit Boote durch die Brandung das Land erreichen können.
Die eigentlichen Palau, sieben größere bewohnte und über zwanzig unbewohnte kleinere Inseln, sind sämtlich, mit Ausnahme der nördlichsten (Kajangle) und der südlichsten (Angaur), von gewaltigen Korallenriffen umgeben. Von dem Gesamtareal (etwa 500 gkm) jnimmt die größte Insel, Babeltaob oder Babelthaub, etwa 300 gkm ein, übertrifft also an Größe beträchtlich alle übrigen. Von Süden noch Norden aufgezählt, sind die bedeutendsten: Angaur oder Nganr, Pililn, Eil Malk, Uruktapel, Olupsakel, Korror und Babeltaob. Davon sind die nördlichen, Babeltaob und Korror, sowie die kleinen Malakal und Ngarekobasanga vulkanischen Ursprungs; eure Anzahl ariderer sind einfach einsame Felsen. Sie alle bestehen aus demselben Eruptivgestein, Augit-Andesit, der irr Gesellschaft von größeren Mengen Tuffs auftritt und am Ende der oder nach der Tertiürzeit ausbrach. Wahrscheinlich erfolgte diese Eruption unter dein Meeresspiegel, so daß der Kern der Gruppe submarin angelegt und erst später gehoben wurde. Das hell- bis schwarzgraue Gestein (die Tuffe sind hellgrau) bildet auf Babeltaob Höhen bis zu 600 m.
Babeltaob, von Nordnordosten nach Südsüdwesten langgestreckt, ist mit Ausnahme des südlichen, aus Korallenkalk bestehenden Teiles durchaus vulkanisch. Firns verschiedene Gipfel