zu Infektionsgelegenheiten, durch wiederholte Passagen durch den menschlichen Körper wächst die Virulenz und der Anstieg der neuerlichen Pestepidemie tritt ein.
Die Holle, welche für Pest empfängliche Nager bei der Erhaltung des Pestkeimes spielen können, wurde in dem unmittelbar vorangehenden Abschnitte besprochen.
Pathologische Anatomie.
Die Grundlage unserer Kenntnis von der pathologischen Anatomie der Pest, bilden jene Sektionen, welche von der österreichischen, deutschen und russischen Kommission in Bombay im Jahre 1897 gemacht worden sind. (Albrecht und Ghon 48 Obduktionen, Sticker 26, Wyssokowitz und Zabolotny 17, außerdem Dürck 16, Herzog 20.)
Allgemeines.
Das äußere Aussehen der Pestleichen bietet nicht Charakteristisches; Abmagerung fehlt in der Regel, dem meist kurzen Krankheitsverlaufe entsprechend. Die Totenflecke, bald mehr, bald weniger reichlich, fallen bisweilen durch ihre besonders dunkle Farbe auf. Die Totenstarre ist im allgemeinen stark entwickelt, deren freies Verschwinden und eine rasche Fäulnis sprechen nach Albrecht und Gohx für sekundäre oder Mischinfektion.
Hautdecke.
Bei hämorrhagisch-septikämischen Fällen kommt es häufig zu H a u t b 1 u t u n g e n, in geringerer Zahl und Ausdehnung finden sie sich sonst noch in vielen Fällen in der Umgebung des primären Bubo. Der Nachweis von Pestbazillen in diesen Blutungen gelingt meist.
Die Pestkarbunkel sind durch den Pestbazillus hervorgerufene Hautinfiltrate, die von einem erhabenen Wall umgeben sind. Auf dem Durchschnitte sieht man das Corium und subkutane Zellgewebe von einem saftigen, gelblichen Exsudate infiltriert und von kleinen Blutungen durchsetzt. Das Infiltrat ist von sulzigem Ödem umgeben. Das mikroskopische Bild zeigt eine Infiltration von polynukleären Leukocyten und dichte Rasen von Pestbazillen.
In den Hautblasen, die in der Umgebung von Karbunkeln und Bubonen durch den starken Druck der Ödemflüssigkeit hervorgepreßt werden, fanden Albrecht und Giion häufig Pestbazillen.
Muskeln.
Im Rectus abdominis fanden Albrecht und Ghon ähnlich wie bei Typhus ZENKER’sche Degeneration, in den Bauch- und Temporalmuskeln ziemlich häufig Muskelblutungen.
Lymphgefäfssystem.
Bei den Bubonenfällen ist die zuerst infizierte Lymphdrüsengruppe durch eine besondere große Schwellung und sehr schwere Veränderungen in der Umgebung ausgezeichnet — primärer Bubo. Bei der Lungenpest fehlt der typische primäre Bubo, das infizierte Lungengewebe vertritt gewissermaßen dessen Stelle.
Der primäre Bubo erreicht oft die Größe einer Faust, bisweilen noch darüber, und besteht nicht in einer einzelnen vergrößerten Drüse, sondern aus einem ganzen Paquet geschwollener Lymphdrüsen. Nur bei ganz foudroyanten Fällen ist der primäre Bubo bisweilen bloß haselnußgroß.
Die Umgebung der Drüsen ist von starrem Ödem infiltriert, das sich in das Bindegewebe und in die benachbarten Muskelschichten verbreitet, so daß die Ly mph-