Teil eines Werkes 
Bd. 2 (1905)
Entstehung
Seite
44
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Durch unbekannte oder bakterielle Erreger hervorgerufene Infektionskrankheiten.

Als Einleitung:

Die Stechmücken.

Von

Dr. Adolf Eysell.

(Mit Tafel IV.)

Von allen krankheitübertragenden Arthro])oden nehmen nach dem heutigen Stande unseres Wissens an Wichtigkeit die Stechmücken (Schnaken, Gelsen, englisch Gnats, spanisch Mosquitos, französisch Moustiques, italienisch Zanzare) die erste Stelle ein.

Beim Akte des Blutsaugens bringen die weiblichen Tiere die in ihrem Körper erzeugten Keime von pathogenen Protozoen oder die Larven anderer Blut- und Gewebssaftschmarotzer in die Gefäßbahnen des Menschen und der Wirbeltiere.

Morphologie.

Die Stechmücken gehören der großen Insektenordnung der Zweiflügler (Dipteren) an. (S. Stammtafel S. 04.)

In der Unterordnung der Nematoceren bilden sie eine wohlumgrenzte Gruppe und unterscheiden sich durch den Besitz eines den Kopf um ein mehrfaches an Länge übertreffenden Stecli- und Säugrüssels, das Vorhandensein von fünf Malpighischen Gefäßen und ihr nächtliches Leben von allen übrigen Schlank­mücken.

Sie zählen zu den k 1 e i n e r e n Z w e i f 1 ü g 1 e r n, da ihre Körpergröße zwischen 3 und 15 mm schwankt; die Männchen der gleichen Art sind stets kleiner und zierlicher als die Weibchen.

Wie der aller Insekten zerfällt ihr Leib in drei Hauptabschnitte: den Kopf, die Brust (Thorax) und den Hinterleib (Abdomen); die beiden ersten Abschnitte sind durch einen dünnen, wolilbeweglichen Hals verbunden, während die Brust und der Hinterleib direkt aneinanderstossen (s. Taf. II, Fig. h).

Der Körper und seine Anhänge sind in allen ihren Teilen mit Schuppen, Haaren und Borsten bedeckt.