Teil eines Werkes 
Bd. 2 (1905)
Entstehung
Seite
354
Einzelbild herunterladen
 

354

I)r. P. W. Bassett-Smith.

Harn und Kot waren bis vor kurzem wiederholt untersucht worden, ohne daß es gelungen wäre, den Krankheitserreger daraus mit Sicherheit zu isolieren, was ja bei einem so langsam wachsenden, durch das OiiAM'sche Verfahren nicht erkennbaren Mikroorganismus sehr schwierig ist. In der neuesten Zeit ist Hoiuiocks dieser Nachweis geglückt, indem er durch Zusatz von einem halben Kubikzentimeter Urin zu Glucose mit 2% Natron und 1. % Lackmusagar blaue Reaktion erhielt.

Verlauf und Krankheitsersclieiiiuugen.

Bei einer Krankheit, deren Dauer zwischen 3 'Wochen und 2 Jahren schwankt, weisen Verlauf und Krankheitserscheinungen natürlich große Verschiedenheiten auf.

Verlauf. Die milden Formen werden oft als mildes kontinuierliches Fieber bezeichnet. Das Fieber erreicht in solchen Fällen eine mäßige Höhe, die Temperatur steigt nicht über 3939 1 2 ° C, sinkt des Morgens um 1l 1 i>° und ist von Kopfschmerzen, Verstopfung, Durst, häufig auch von Schlaflosigkeit und leichtem Schweißausbruch begleitet. Die Zunge ist meistens dick, feucht und belegt, der Urin konzentriert. Bei geeigneter Behandlung fällt nach etwa 14 Tagen die Tem­peratur allmählich ab und die Genesung nimmt ihren Anfang. Meistens aber zieht sich der Fall viel mehr in die Länge.

Nachdem der Kranke sich schon einige Zeit nicht recht wohlgefühlt und über Kopfschmerz, Appetitlosigkeit und Unlust zur Arbeit geklagt hat, steigt die Tempe­ratur langsam bis auf 39 1 240 0 C (103104° F); oder, was auch nicht selten ist, besonders wenn der Betreffende versucht hat, sich durch eifrige Arbeit über sein schlechtes Betinden hinwegzusetzen, es erfolgt ein heftiger Fieberanfall, welcher kontinuierlich verlaufen kann oder, was häutiger vorkonimt, morgendliche Remis­sionen zeigt. Schüttelfröste sind selten. Die Dauer dieses ,,primärem' Fiebers schwankt zwischen 10 Tagen und 6 Wochen. Die Zunge ist während desselben geschwollen, schlaff und trägt einen dicken Belag. Der Rachen ist entzündlich ge­rötet und geschwollen. Störungen von seiten des Magen darin kanals können in Form von Erbrechen und unregelmäßigen Durchfällen auftreten, wobei die Aus­leerungen übelriechend, dünn und gallig gefärbt sind, seltener das Aussehen von Erbsensuppe zeigen. Für gewöhnlich aber besteht von Beginn der Krankheit an Verstopfung. Das Kopfweh tritt als heftiger Stirnkopf schmerz auf und ist von Schlaflosigkeit und nervöser Reizbarkeit begleitet. Oft ist die AI ilz- und Leber­gegend ausgesprochen druckempfindlich.

Fig. 3.

März

fig. Temp

1200

1100

1000

entlassen

2 Woche

Akut verlaufendes Maltafieber, hohe Agglutinine, Ausgang in völlige Genesung.