Teil eines Werkes 
Bd. 2 (1905)
Entstehung
Seite
351
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Mittelmeer- oder Malta-Fieber.

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Fremde, weist schon darauf hin, daß es eine erworbene Immunität gibt. Da ferner ein spezifischer Krankheitserreger vorliegt, so dürfte man vielleicht erwarten, daß ein überstandener Anfall vor späterer Erkrankung schützte. Diese Ansicht wird von Bruce und Huches vertreten.

Der Schutz infolge überstandener Erkrankung ist jedoch nach der Überzeugung des Verfassers äußerst schwach, denn man begegnet allgemein Menschen, welche mehr als einen Anfall durchgemacht haben.

Die Krankheit hat einen außerordentlich langwierigen Verlauf und führt zu tiefgreifenden Veränderungen in der Blutbeschaffenheit, welche besonders in einer Verminderung der bakteriziden Eigenschaften des Serums, einer Herabsetzung der phagozytischen Energie der Leukozyten während des Anfalls und eines bedeutenden Zeitraumes nach demselben, und Schwächung der Widerstandskraft des Körpers gegen Rückfälle und Reinfektion zum Ausdruck kommt, so daß der Betroffene vor­sichtshalber längere Zeit das Gebiet der Endemie meiden muß. Diese Schlußfolge­rungen ergeben sich aus einer großen Zahl von Beobachtungen im königlichen Marinelazarett zu Haslar.

Inkubation. Da der Ausbruch der Erkrankung kein plötzlicher ist, so steht die Dauer der Inkubationszeit bei der Ansteckung auf natürlichem Wege noch nicht fest. Der kürzeste Zeitraum nach Ankunft an einem endemischen Krankheits­herde ist 6 Tage, in vielen Fällen sind es 14 Tage, aber oft genug kommt es vor, daß der Kranke erst einen oder sogar 2 Monate nach der Abreise z. B. von Malta usw. sich so angegriffen fühlt, daß er ärztlichen Beistand in Anspruch nimmt. In solchem Falle hat die Krankheit lange geschlummert oder ist sehr milde aufgetreten.

In der Tat bestehen leichte Krankheitserscheinungen bei vielen Menschen mehrere Monate hindurch, ehe sie bettlägerig werden.

Die Inkubationszeit bei Laboratoriumsinfektion ist dagegen zweifellos festge­stellt worden. In zwei Fällen in Netlev, wo die Einimpfung des Krankheitserregers durch die Haut stattgefunden hatte, betrug dieselbe 15 Tage. Ich selbst wischte mir in Haslar unbeabsichtigt eine geringe Menge von einer lebenden Kultur in den Mund, worauf der Ausbruch nach 6 Tagen erfolgte.

In einem vierten Falle erfolgte die Infektion von der Conjunctiva aus und die Latenzperiode dauerte nur 5 Tage.

\ Bakteriologie.

\ Im Jahre 1887 entdeckte Bruce den jetzt als Ursachen der Krakheit an­erkannten Mikroorganismus, für dessen Spezifität seitdem durch die Arbeiten von Hughes, Semple, Wright, Zammit und vom Verfasser zahlreiche Beweise erbracht worden sind.

Morphologie. Es ist ein sehr kleiner Micrococ-cus oder Cocco-bacillus von 33 (i Durchmesser in Trockenpräparaten. Die bazillären Formen, welche ich oft in allen Kulturen bei Untersuchung im hängenden Tropfen gesehen habe, erscheinen jo aktiver Bewegung, welche aber als eine BROWNEsche und nicht als wirkliche Eigenbewegung aufzufassen ist, obwohl Gordon mittels einer modifizierten van ERMENGHEMschen Färbemethode das Vorhandensein von einer oder mehreren Geißeln nachwies. Die Kokken sind oft paarweise oder in Ketten gelagert, beson­ders in Bouillonkulturen, färben sich leicht mit den meisten Anilinfarben, werden aber nach Gram entfärbt.

Gilmour, Shaw und Keller halten an der Annahme der Eigenbewegung des M. mLmtlmelitensis fest.

Wach st umsbeding ungen. Aus der menschlichen Milz, wo die Mikro-