oder nur von kranken Papageien beschmutzte Gegenstände, den Käfig, die Sitzstange usw. angefaßt hatten.
Lucatello hält die Übertragung durch die Fäces für den gewöhnlichsten Infektionsmodus, indem die Federn der Tiere durch die heftigen Darmkatarrhe besudelt werden, wodurch der Schnabel verunreinigt wird, welcher bei den angedeuteten Liebkosungen die Krankheit auf den Menschen überträgt. Auch können die eingetrockneten Exkremente in den Zimmern sich dem Staube beimischen und eingeatmet werden. Wahrscheinlich kommt die Ansteckung durch Staub sehr häufig vor. Guarxteri hat nachgewiesen, daß im eingetrockneten Blute der Bazillus mehrere Monate lang seine Virulenz bewahrt.
Auch Fälle einer Übertragung von Mensch zu Mensch sind bekannt geworden, aber seltener. Dujardin- Beaumetz berichtet, daß ein Arzt von einem in seiner Behandlung befindlichen Kranken mit Psittacosis selbst infiziert wurde. Peter beobachtete die Ansteckung eines Krankenwärters.
Für die Infektion sind, wie bei anderen Krankheiten, geschwächte, genesende oder unter ungünstigen hygienischen Verhältnissen lebende Personen am meisten empfänglich.
Verlauf und Krankheitserscheinungen.
Die Inkubationszeit beträgt meistens 8—9 Tage, nur ausnahmsweise bis zu 12 Tagen.
Die Krankheit beginnt unter anfangs wenig erheblichen aber rasch sich verschlimmernden Symptomen, welche vollkommen denen bei anderen schweren Infektionskrankheiten mit typhösem Typus beobachteten gleichen, nämlich: Unbehagen, Verstimmung, Mattigkeit, leichtes Frösteln, heftiger Kopfschmerz, Übelkeit und manchmal Erbrechen. Hierzu gesellt sich dann eine mäßige Diarrhöe und später treten Schmerzen im Rücken und in den Gliedern auf, manchmal auch Seitenstechen und Nasenbluten.
Manche Fälle zeichneten sich durch starkes Hervortreten von Lokalerscheinungen, wie Odem um den Mund, Stomatitis aphthosa und Angina mit Pseudomembranen aus. Wegen ihres frühzeitigen Auftretens wurden diese Erscheinungen als Initialsymptome an der Eingangspforte des infektiösen Agens angesehen.
Das gleichzeitig auftretende Fieber zeigt einen flotteren Gang als beim Abdominaltyphus. In 4—5 Tagen, nicht selten schon nach 48 Stunden steigt die Temperatur auf 39°, 40—41° C.
Die Fieberkurve zeigt keinen bestimmten Typus, das Tagesmaximum kann in die Morgen- oder Abendstunden fallen, plötzliches Ansteigen der Temperatur kann ganz unerwartet in Zusammenhang mit den einzelnen Symptomen und besonders mit den nachher zu besprechenden Veränderungen in den Lungen eintreten.
Auch der Puls ist unregelmäßig, bald zählt man 120—130 Schläge, bald nur wenig mehr als normal.
Der Kranke wird von heftigem Durste gequält, Übelkeit und Erbrechen sind oft so andauernd und hartnäckig, daß er keine Ruhe findet. Die Zunge ist feuchtglänzend und trägt in der Mitte einen weißen Belag, während sie an den Rändern gerötet ist, und gleicht mehr der Zunge von Influenza- als von Typhuskranken; der Belag ist niemals schwarzbraun oder rissig.
Während der ganzen Dauer der Krankheit besteht Verstopfung, welche selten durch einige breiige oder halbflüssige sehr übelriechende Entleerungen unterbrochen wird.
Der Bauch zeigt keinen Meteorismus noch Ödem der Bauchdecken und ist