Tropische und subtropische Viehseuchen.
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3. Aphthenseuche bei bösartigem Verlauf. Das Exanthem in der Maulhöhle ist sehr charakteristisch und tritt außerdem auch an den Klauen auf.
4. Vergiftungen zeigen ebenfalls Gastroenteritis, Stomatitis und Pharyngitis, doch fehlt jede Kontagiosität.
5. Milzbrand. Mehr stürmischer Verlauf. Durch den Nachweis der Bazillen sicher festzustellen.
Prognose.
Die Rinderpest zeigt sich in ihrem Auftreten und Verlauf nicht immer gleich bösartig. Sie tritt im Anfänge einer Seucheninvasion mit größerer Heftigkeit auf und zugleich mit größerer Sterblichkeit, als gegen das Ende. Je länger sie in einer Gegend nicht grassierte, um einen desto bösartigeren Charakter zeigte sie.
Diese Erfahrungstatsache wird stets von neuem bestätigt durch die ungeheuren Verluste, welche jedes Erstauftreten der Rinderpest in einem bis dahin verschonten Lande begleiten; in Afrika z. B. ist s. Zt. fast der gesamte Viehbestand hinweggerafft worden.
Gegen Ende des Seuchenganges steigt auch die Zahl der Genesungsfälle. So hat Nebel berechnet, daß im Jahre 1711 nur 1%, 1740—1745 5%, im siebenjährigen Kriege schon 20 % durchgeseucht hatten.
Die Prognose wird stets dort am ungünstigsten sein, wo die Umstände es nicht gestatten, durch energisches Einschreiten, schnelles Töten der erst erkrankten Tiere, evtl. Impfen der später Erkrankten, sorgfältiges Absperren usw. der Weiterverbreitung der Seuche Einhalt zu tun.
Die Mortalitätsziffer beträgt beim gewöhnlichen Vieh 90—95 %, bei der widerstandsfähigeren Steppenrasse dagegen nur 50 %, beim Schafe 60—65 %.
Behandlung.
Eine Behandlung der Rinderpest ist völlig aussichtslos, alle Mittel gegen dieselbe sind unwirksam.
Die Erfahrung hat vielmehr gelehrt, daß es, wenigstens in Ländern, in denen die Rinderpest eine reine Kontagion ist, das Zweckmäßigste ist, den polizeilichen Maßregeln alle Heilverfahren unterzuordnen. Jedenfalls ist es vorzuziehen, das Übel dadurch in kurzer Zeit mit einigem Verlust zu tilgen, als daß es jahrelang im Lande herrscht.
Zu diesen Maßregeln gehört vor allem die Keulung und dürfte dieselbe dort, wo es sich um vereinzelte Ausbrüche handelt, nach wie vor das beste Mittel zur Rinderpestbekämpfung sein, namentlich in Verbindung mit den strengsten Quarantäne-Maßregeln. Handelt es sich dagegen um Verhältnisse, wie die Kolonien sie bieten, so sind wiederum die Impfungen das einzig richtige Verfahren.
Angeregt durch die glücklichen Erfolge, welche die Pockenimpfung hatte, kam man bereits anfangs des vorigen Jahrhunderts auf den Gedanken, auch bei der Rinderpest durch Impfung eine gelinde Erkrankung herbeizuführen und dadurch die Sterblichkeit herabzusetzen. In England, Holland und Rußland wurden derartige Impfungen ohne wesentlichen Erfolg ausgeführt, unter Benutzung des Nasenschleims oder der Tränen von erkrankten Tieren. Die Impfmortalitätsziffer war für das gewöhnliche Rind eine enorm hohe: bis 40%. Auch bestand hierbei die große Gefahr einer Weiterverbreitung der Seuche durch die geimpften Tiere.
Koch stellte bei seinen Versuchen in Südafrika fest, daß das Serum früher an der Rinderpest erkrankter Tiere immun mache, doch gebrauchte er über 100 ccm Serum.