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Dr. L. Sander und Dr. Hennig.
vaaliense erheblich breiter, während die Länge in weitem Umfange schwankt. Bei transvaaliense liegt außerdem der Blepharoplast dicht hinter dem Kern.
Tryp. giganteum Lingard ist stets nur einzeln gefunden worden und weicht in seinem Äußeren wesentlich von allen anderen Arten ab (s. Abbildung 1). Da es nur bei Tieren gefunden worden ist, die an Surrah krank gewesen waren, sich aber in deren Blut nie gleichzeitig mit Trgp. cvansi fand, liegt wohl die Deutung nahe, daß es eine Involutions- oder Teratomform dieses Trypanosomas darstellt.
Abbild«-, l.
Zwei Exemplare von Trypanosoma giganteum.
Aus derselben Kuh am 13. Juni und 2. September 1893 entnommen. Größe 22,24 mal die eines roten Blutkörperchens. Nach Lingard, Centralbl. f. Bakter. 35. S. 238.
Erscheinung der Trypanosomen im lebenden Blute.
Im lebenden Blute erscheinen die Tiypanosomen der ersten Gruppe als mehr oder minder lebhaft bewegliche, schlanke, spindelförmige, farblose „Würmchen“ von etwas stärkerem Lichtbrechungsvermögen als die roten Blutkörperchen. Die Bewegungen sind von zweierlei Art: erstens eine schraubenförmige, mit einer Drehung des ganzen Protozoons um seine Längsachse einhergehende, bei der die Geißel peitschende und der Flimmersaum, d. i. die undulierende Membran, wellenförmige Bewegungen macht, während der Körper Zusammenziehungeu ausführt, die in wechselnden Verdickungen und Streckungen ihren Ausdruck finden und die den Flagellaten meist mit dem Geißelende voran — aber auch nicht ganz selten in umgekehrter Richtung — vorwärtstreiben. Zweitens eine Bewegung, wie sie eine zusammengebogene und wieder auseinanderschnellende Feder darbietet.
Beide Bewegungen erfolgen mit solcher Kraft, daß die Blutkörperchen im Wirbel durcheinander und beiseite geworfen werden.
Mit dem Absterben der Tr 3 T panosomen werden diese Bewegungen immer träger, bis sie ganz erlöschen.
Im gefärbten Präparat erscheinen die Trypanosomen meist S-förmig gekrümmt, so daß Geißel und geißelloses Ende nach entgegengesetzten Seiten zeigen.
Die Parasiten liegen in dieser Form meist frei im Blutplasma. Doch kann man stets auch eine größere Anzahl von ihnen mit ihren hinteren (= geißellosen) Enden an rote Blutkörperchen angeheftet sehen. Im frischen Blut gehen sie oft an solche heran, pendeln an ihnen hin und her und lassen sie auch wieder frei. An weißen Blutkörperchen sieht man sie im allgemeinen nicht; doch ist von verschiedenen Autoren richtige Phagocytose beobachtet worden, wobei der Parasit von dem geißellosen Ende her aufgenommeu wird. In einem meiner Präparate, leider