Rückfallfieber.
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recurrens durclimaclien, eine gewisse Grundimmunität erwerben und dann unter späteren Infektionen nicht mehr leiden. Ähnlich liegen die Verhältnisse bei den Karawanen, die auf infizierten Straßen marschieren.
Als Prophylaxe empfehlen Koch und Ph. Ross dem in den Tropen reisenden Europäer, niemals da sein Zelt aufzuschlagen, wo jemand vor ihm gelagert hatte. Ist man gezwungen in Rasthäusern zu übernachten, so wäre vielleicht Ausgießen von Wasser über den Boden des Wohn- und Schlafraumes, Befeuchten der Stützen des Feldbettes mit Petroleum, jedenfalls aber das Tragen leichter und bequemer hoher Schaftstiefel, die ja schon als Schutz gegen Mosquitostiche an den Beinen sehr zu empfehlen sind, ratsam. Die Verhütung einer Infektion der farbigen Reisenden, Träger usw. dürfte allerdings auf unüberwindliche Schwierigkeiten, namentlich die Bequemlichkeit und den Fatalismus der Farbigen stoßen.
Eine Serumtherapie wäre nach Koch nicht aussichtslos, da eine aktive Immunität nach Recurrens eintritt (s. oben).
Die Therapie der Anfälle kann nur eine symptomatische sein. Eine Verhütung der Rezidive ist bisher noch nicht möglich gewesen.
Wenn es also gelungen ist, die Übertragung des afrikanischen Rückfallfiebers durch Ornithodorus moubata mit Bestimmtheit nachzuweisen, so kennen wir noch andere Krankheiten des Menschen, bei denen ebenfalls aller Wahrscheinlichkeit nach Zecken die Überträger sind.
In Nordpersien, speziell in Miana kommt eine Krankheit — Fieber, das angeblich zu bestimmten Tageszeiten auftritt, hochgradige Mattigkeit hervorruft und im ganzen dem „remittent fever“ sehr ähnlich ist — vor, welche von den Eingeborenen und, nach eigener Erfahrung, von europäischen Reisenden mit Bestimmtheit durch den Biß einer bestimmten Zecke veranlaßt wird. Die Eingeborenen sind im allgemeinen immun, es scheinen also auch hier wiederum vorwiegend die Reisenden und Zugewanderten unter der Krankheit zu leiden. Die angeschuldigte Zecke ist Argas persicus. Sie unterscheidet sich von Ornithodorus durch die ganze Körperform: Ar gas ist flach gedrückt, hat einen Querschnitt etwa wie eine Linse. Die Farbe ist ein helles Braun, die Beine sind hellgelb. Der Rand des Rückens zeigt eine feine Zeichnung, bestehend aus einer oft sehr regelmäßigen Reihe heller kreisrunder Flecke; solche Flecke, in flachen Vertiefungen liegend, sind in mehr weniger symmetrischer Zeichnung über den ganzen Rücken verteilt. Der Kopf der Zecke liegt wie bei Ornithodorus auf der Unterseite. Die eben ausgewachsenen Tiere (9 und </) sind 6—7,5 mm lang. Nach dem Saugen von Blut dehnen sich die Weibchen bis auf 9—12 mm aus. Die Lebensgewohnheiten der Argasiden decken sich mit denen des Ornithodorus: bei Tage halten sie sich in den Ritzen des Bodens, der Wände usw. verborgen, um bei Nacht Warmblüter zu überfallen.
Von Argas talaje wird aus Zentral-Amerika nur berichtet, daß diese Zecken in großen Mengen den Menschen nachts überfallen und durch ihre Stiche heftige Schmerzen, Schwellung der Stichstelle und im Anschluß daran allgemeines Unwohlsein verursachen.
Unklar sind ferner die Erscheinungen, welche auf die Bisse von Argas turi- cata in Mexiko zurückgeführt werden. Dort wird die Zecke als „Garapato“ bezeichnet.
Von der gewöhnlichen Bettwanze (Acanthia lectularia, Cimex lectularius) ist bisher nicht ermittelt, ob sie als Krankheitsüberträger in Frage kommt. Sie kann natürlich, ähnlich den Flöhen, z. B. Pestbazillen mit dem Blute aufnehmen und entweder unmittelbar von einem Kranken auf einen Gesunden verimpfen, oder in ihren