vom Auftreten oder Fehlen von Fieber abhängt, kamen keine konstanten Veränderungen vor. Im späteren Stadium tritt bei den meisten, insbesondere bei hydro- pischen Kranken, Eiweiß auf (Rogers).
Komplikationen und terminale Affektionen.
Es kann zwar in jeder Krankheitsperiode der Tod in einem Fieberanfall ein- treten, die meisten Kranken erleben jedoch das Ende des zweiten oder des dritten Stadiums, um dann an Erschöpfung zugrunde zu gehen, oder, was noch häufiger ist, einer anderen hinzutretenden Krankheit, welche sie nicht mehr zu überstehen vermögen, zu erliegen. Wahrscheinlich bedingt die bedeutende Verminderung der Zahl der polynukleären Leukocyten die Widerstandsunfähigkeit gegenüber bakterieller Infektion, welche im Endstadium deutlicher zutage tritt. Als unmittelbare Todesursache werden vorzugsweise folgende Komplikationen genannt: Durchfall, Ruhr, Noma, Lungenkrankheiten besonders Pneumonie, Phthisis und Lungenödem, Magenblutungen, Darmblutungen oder meningeale Blutergüsse. Seltener sind Peritonitis infolge der Perforation eines Darmgeschwürs, Glottisödem und Meningitis. In einigen Fällen wurde Otitis media beobachtet.
Prognose.
Es ist sehr schwer, über die Möglichkeit der Heilung von Kala Äzar ein entscheidendes Urteil zu fällen. Wenn auch von allen Seiten angegeben wird, daß die Krankheit äußerst mörderisch ist, so läßt die Schwierigkeit der Erkennung des frühesten Stadiums der Erkrankung die Möglichkeit offen, daß leichte Fälle Vorkommen, welche zur Heilung gelangen. Wie schon erwähnt, ist das einzige zuverlässige diagnostische Hilfsmittel in dem Nachweis der Parasiten in dem durch Punktion gewonnenen Blute aus der Leber oder Milz gegeben. Wenn auch dieser kleine Eingriff in der Regel keinerlei üble Folgen nach sich zieht, so ist er doch nicht ganz gefahrlos. Mehrere Todesfälle durch Milzblutung stehen sicher fest, so daß die Ausführung der Operation blos zu diagnostischen Zwecken bei jeder fieberhaften Erkrankung zweifelhafter Natur doch nicht gerechtfertigt werden kann. Immerhin ist es möglich, daß besonders bei der endemischen Form, welche als ein milderer Typus anzusehen ist, eine gewisse Anzahl leichter Fälle vorkommt, deren Wesen unerkannt bleibt. Könnten diese mitgezählt werden, so würde vielleicht die extrem hohe Mortalitätsziffer herabgesetzt und die Prognose etwas günstiger gestellt werden können. Augenblicklich gibt es allerdings nur wenige sicherer zum Tode führende Tropenkrankheiten als Kala Äzar.
Bei der epidemischen Form wird die Sterblichkeit verschieden angegeben und soll zwischen 70 und 96 % schwanken, während nach der geringen Zahl der in der Literatur verzeichneten Fälle der endemischen Form zu urteilen die Prognose, wenn überhaupt, dann doch nur wenig besser sich zu stellen scheint.
Donovan bekam in Madras 72 Fälle in Hospitalbehandlung, bei denen die Parasiten nachgewiesen wurden. Bis jetzt starben hiervon 22 und von den übrigen besteht nur bei einem eine geringe Hoffnung auf Genesung.
Möglich ist die Heilung selbst bei sehr schwerer Erkrankung, das Verschwinden der Parasiten aus der Milz ist in einzelnen Fällen durch die Punktion sichergestellt worden, worauf die allmähliche Besserung aller Erscheinungen folgte und schließlich völlige Wiederherstellung eintrat.
Am besten sind die Aussichten auf Genesung selbstverständlich im ersten
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