Teil eines Werkes 
Bd. 3 (1906)
Entstehung
Seite
597
Einzelbild herunterladen
 

Piroplasma enthielten, b) Die Birnenform der Parasiten spricht dafür, c) Spätere Präparate Donovans bestätigen die Annahme, daß gewisse, innerhalb der Erythro- cyten des peripheren Blutes während des Fiebers von D. gefundene Körperchen Jugendformen des Parasiten sind.

Trotz sorgsamer Untersuchung hat kein anderer Beobachter die Parasiten in den roten Blutkörperchen zu finden vermocht. Überdies ist in den von Dono van und von Laveran und Mesnil veröffentlichten Abbildungen die Anordnung des Chromatins in diesen angeblichen intrakorpuskulären Formen ganz verschieden von der Anordnung in den in Milz und Leber gefundenen Parasiten. Die Birnenform rührt, wie Christophers bemerkt, von der elliptischen Form der Parasiten her, welche im Profil gesehen der Schale der Herzmuschel (Cardium edule) gleicht.

Endlich ist die Deutung der Matrix als Teil des Protoplasmas der Makro­phagen, in welchen die Parasiten gelagert waren, viel annehmbarer.

3. Ross kam bei der Durchsuchung der Donovan sehen Präparate zu einer anderen Ansicht als Laveran und der Verfasser und betrachtete die Mikroorganismen als eine ganz neue Sporozoenart, für welche er den Namen Leishmania donovani in Vorschlag brachte. Die Körperchen sah R. als Sporen an und die Matrix als den Rest des Mikroorganismus. Dementsprechend faßt R. die von Wright in Orientbeulen gefundenen Parasiten, welche von den hier in Frage kommenden nicht unterschieden werden können, deren Identität mit den Kala Azar-Parasiten jedoch noch nicht erwiesen ist, ebenfalls als neue Art auf, für welche Wright den Namen Helcosoma tropicum vorschlug.

4. Christophers hält die Organismen für die Sporen eines Mikrospori- diums, teilt aber in einer späteren Veröffentlichung mit, daß es ihm nicht ge­lungen ist, durch Zusatz von Äther, Säuren oder Ammoniak die Bildung eines Pol­fadens hervorzurufen.

Teilweise scheint die Frage durch eine neuere Angabe von Rogers geklärt zu sein, daß es ihn gelungen sei, durch ein Kulturverfahren die Parasiten zur Ent­wicklung in Flagellaten zu bringen, welche er als Trypanosomen ansieht. Diese Entwicklung konnte R. sowohl bei der endemischen Form der Krankheit in Cal- cutta als auch bei der epidemischen echten Kala Äzar in Assam erzielen, indem er dem durch Milzpunktion gewonnenen Blute, um die Gerinnung zu verhindern, etwas Natrium citricum zusetzte und die Röhrchen mit den Kulturen in einer Temperatur von 22° C hielt.

Unter solchen Verhältnissen entwickelten sich die Milzparasiten allmählich zu geißeltragenden Organismen von großer Ähnlichkeit mit Trypanosomen. Diese wichtige Beobachtung ist später von Stati-iam und mir sowie von Chatterjee be­stätigt worden. In ersterem Falle war das Material post mortem einem Falle der endemischen Form, nämlich einem von Dum-Dum invalide nach Netley geschickten Soldaten entnommen worden.

Entwicklung der Milzparasiten in den geißeltragenden

Organismus.

Wenn parasitenhaltiges, mit Zitronensäure versetztes Blut aus Milz oder Leber bei niedriger Temperatur (1722° C) gehalten wird, so treten folgende Verände­rungen ein: In zwei Tagen fangen die kleinen ovalen Parasiten an, zu wachsen, ihr Protoplasma färbt sich nach Romanowsky tiefer blau und erscheint stärker granu­liert (Taf. XII Fig. 6 u. 7). Bei den vom Verfasser von dem STATHAMsche Falle angelegten Kulturen fiel auch die Vakuolisation des Protoplasmas auf. Dann ge­winnt der Makronukleus bedeutend an Umfang, wird lockerer und unregelmäßiger